Kreis Düren: Für Schmidter gibt‘s kein „MON“

Kreis Düren: Für Schmidter gibt‘s kein „MON“

Man sieht sie wieder auf den Straßen, die Kennzeichen „JÜL“ und „SLE“. Seit einigen Wochen fahren Menschen mit diesen nostalgischen Nummernschildern umher und erinnern so an frühere Zeiten. Beim Straßenverkehrsamt des Kreises Düren kann man sein Wunschkennzeichen anfordern und dabei zwischen „DN“ und „JÜL“ wählen, unabhängig davon, wo man im Kreis Düren wohnt.

Ganz in diesem nostalgischen Trend und auch, weil sie eine alte Verbundenheit ausdrücken wollen, haben nun auch etliche Bürger der Stadt Heimbach angefragt, ob sie als Bewohner des ehemaligen Kreises Schleiden „SLE“ haben können.

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Können sie nicht, musste ihnen Hans-Peter Boje, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, erklären: „In Weilerswist kann man Nummernschilder mit ‚SLE‘ am Auto anbringen, obwohl die mit Schleiden nichts zu tun hatten. In Heimbach kann man es nicht.“ In Vlatten beispielsweise berichtet ein Liebhaber von Oldtimer-Traktoren, dass er vor zwei Jahren ein altes Schätzchen ummelden musste, das bis dato noch ein Schleidener Kennzeichen hatte; und dann musste er ein Dürener Kennzeichen anbringen. „Jeder im Kreis Euskirchen kann ein SLE-Kennzeichen haben, die Heimbacher und Vlattener nicht — und die gehörten doch früher zum Kreis Schleiden“, ereifert er sich und fügt hinzu, er werde alles versuchen, wieder das alte geliebte „SLE“ am Oldie-Trecker anbringen zu können.

In Schmidt — seit über 40 Jahren zur Stadt Nideggen gehörend — gibt es ein lebhaftes Interesse, demnächst wieder ein „MON“-Kennzeichen zu bekommen, nicht wenige wollen sich als „Monschäuer“ zum ehemaligen Kreis Monschau bekennen. Doch besteht keinerlei Aussicht, dass dies verwaltungstechnisch klappen könnte. „Schmidt liegt im Kreis Düren. Die heutigen Kreisgrenzen haben nun einmal Gültigkeit. Wer im Kreis Düren wohnt, kann DN- oder JÜL-Kennzeichen bekommen“, erklärten die Mitarbeiter bei der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes. Einen Schmidter konnten wir ausfindig machen, der voller Stolz und völlig legal mit einem „MON“-Kennzeichen fährt: Erwin Virnich. Sein Traktor, ein „Deutz“, der im Jahre 1961 zum ersten Mal zugelassen wurde, wird liebevoll gepflegt, und trägt ein blank geputztes „MON“.

(ale)
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