Kreuzau: Für Frank I. lässt sich sogar die Sonne blicken

Kreuzau: Für Frank I. lässt sich sogar die Sonne blicken

Strahlender Sonnenschein! Hand aufs Herz: Kreuzaus Narrenherrscher Frank I. (Dreßen) hat sich — wie viele Karnevalisten in der Region — dieses Wetter zwar zum krönenden Abschluss seiner Regentschaft gewünscht, doch dass er am Nachmittag mit der Sonne um die Wette strahlen konnte, hat er am Morgen nicht gedacht.

Tausende Menschen strömten Rosenmontag in den Ort, um den Zug zu bewundern und mit der Kreuzauer Tollität zu feiern. Zum Glück hatten die Adjutanten des Prinzen Sonnenbrillen dabei. Die Regenschirme blieben ungenutzt.

Schau an, aus Uromas Vorhängen lässt sich noch ein passables Kostüm schneidern. Scherz beiseite: Die Blumenpracht kleidet! Foto: G. Wachsen

Seit Sonntagabend hatte Peter Kaptain, Präsident der KG „Ahle Schlupp“, das Wetterradar fest im Blick. Es kommt nicht oft vor, dass Karnevalisten die Bundeswehr anrufen, doch die „Schluppe“ griffen zum Telefonhörer, um sich vom Fliegerhorst Nörvenich die aktuellen Prognosen durchgeben zu lassen.

Einmal Prinz zu sein: Frank I. hat sich diesen Wunsch erfüllt — und mit seinen Adjutanten den Rosenmontagszug genossen. Foto: G. Krönt

„Wir haben die Entscheidung, dass der Rosenmontagszug stattfindet, am Mittag getroffen. Im Vorfeld hatten wir schon mit allen Teilnehmern besprochen, wie die Wagen möglichst wetter- und sturmfest gemacht werden können“, sagte Kaptain. Dass der ein oder andere Windstoß schon einmal Konfetti, Kamelle und Chipstüten wieder zurückpustete, nahmen die Jecken mit Humor. Hauptsache es hieß pünktlich um 13.30 Uhr: D‘r Zoch kütt.

Kraftakt oder Kinderspiel? Der Betrachter fragt sich, wer von diesen beiden Jecken der eigentliche Pantomime ist. Foto: G. Wichtheber

Etwa 1000 kostümierte und uniformierte Teilnehmer haben sich auf den 4,6 Kilometer langen Weg durch den Ort gemacht. Nachdem sich die Regenwolken verzogen hatten, kamen die vielen fantasievollen Kostüme im Sonnenschein wunderbar zur Geltung. Es gab viel Licht am Rosenmontag, beispielsweise die herrliche Prinzentruppe, die sich als Clowns verkleidet hatte, oder farbenprächtige tanzende Blumen und eine große Varieté-Truppe, zu der auch eine menschliche Kanonenkugel zählte.

Ihr habt Euch doch hoffentlich nicht erkältet? Die Jugend der KG „Ahle Schlupp“ mischte kräftig mit. Foto: K. Min Rot

Weniger schön, wenn auch weniger zu sehen als im Vorjahr, waren in den Händen gehaltene Glasgebinde mit Hopfenkaltschale, die nicht immer mit den Kostümen harmonieren wollten. Echte Hingucker hingegen waren die vielen Gruppen, die den Beruf ihres Prinzen thematisch aufgegriffen hatten. So viele Maler, Lackierer und Anstreicher, die alle eigene Farbtupfer setzten, waren wohl noch nie in Kreuzau unterwegs. Selbst Rosenmontag nicht.

Der Prinzen-Fanclub ist gestern sicherlich gewachsen. Foto: A. Laaf
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