Düren/Aachen: Für Dürens Händler ist das Aquis Plaza „nicht der Untergang“

Düren/Aachen: Für Dürens Händler ist das Aquis Plaza „nicht der Untergang“

130 Geschäfte, erwartete 25.000 Besucher pro Tag: Am Mittwoch eröffnet in Aachen das Shopping-Center Aquis Plaza — von Düren nur einen Katzensprung entfernt.

„Die Eröffnung ist in der Dürener Geschäftswelt natürlich ein Thema“, weiß Alina Nekrasov, kommissarische Leiterin des City-Managements. Und manch ein Händler blicke mit Sorgen nach Aachen und auf eine mögliche Abwanderung von Kaufkraft. „Vor allem kurz nach der Eröffnung werden sich viele Menschen das neue Center anschauen“, glaubt Nekrasov. „Wir müssen abwarten, wie es sich danach entwickelt. Viele kaufen dann doch lieber vor Ort ein, ohne weiter wegfahren zu müssen“, ist sie überzeugt. Da die Eröffnung aber kurz vor dem Weihnachtsgeschäft liege, würden sich manche Geschäftsleute Gedanken über die Umsatzentwicklung gerade in dieser wichtigen Zeit machen.

„Es werden Leute von hier nach Aachen fahren und dort auch Euros lassen“, blickt Rainer Guthausen, Vorsitzender der IG City, realistisch auf die Eröffnung. „Dieses Anfangsfeuerwerk werden wir hinnehmen müssen“, sagt Guthausen. Düren könne sich selbstbewusst geben: „Wir müssen dagegen halten, und ich bin überzeugt, wir können uns behaupten.“ Die Rurstadt könne mit einem guten Einzelhandelsbesatz, also einer guten Auswahl an Geschäften sowie mit einer guten Parksituation und guter Erreichbarkeit punkten.

Auch das Stadtcenter bewertet Guthausen in diesem Zusammenhang positiv. Es hat Geschäfte nach Düren geholt, die wir hier vorher nicht hatten, und es hält vor allem junge Menschen in Düren.“ Viel schwerer werde der Verdrängungswettbewerb die Aachener Innenstadt treffen, ist der Vorsitzende der IG City überzeugt.

„Wir werden in Düren merken, dass das Aquis Plaza eröffnet hat“, ist Daniel Böttke, Manager des Dürener Stadtcenters mit 52 Geschäften, überzeugt. „Es ist schon recht beeindruckend, was sie dort aufgebaut haben.“ Vor allem am Anfang dürfte die Neugierde groß sein. Letztendlich stimme der Kunde aber mit den Füßen ab. „Wem es im Aquis Plaza gut gefällt, der wird sicher häufiger dorthin fahren“, sagt Böttke, der aber auch betont: „Wir haben in Düren viel zu bieten.“

In ein bis zwei Jahren werde man sehen, ob Kaufkraft wirklich dauerhaft abwandere oder ob nicht doch schnell ein Gewöhnungseffekt eintritt. „Das Aquis Plaza wird jedenfalls nicht unser Untergang sein“, ist Böttke überzeugt. Während er die Erreichbarkeit der Innenstadt für gut befindet, sieht Böttke genau darin einen Nachteil für die riesige Shopping-Meile in der Kaiserstadt: „Da kommt was auf die Stadt Aachen zu.“

Wichtig findet Böttke vor dem Hintergrund der entstehenden Konkurrenz, dass die Geschäftswelt in Düren, große und kleine Geschäfte, zusammenrückt und an einem Strang zieht. „Es gibt in Düren bis auf einige Marken, die sich nur in größeren Städten ansiedeln, eigentlich alles“, ist der Center-Manager überzeugt von einem guten Angebot. Aktionen wie „Düren leuchtet“ seien wichtig, da die Stadt damit zeige: „Hier tut sich was.“ Auch am verkaufsoffenen Sonntag zum Dürener Herbstmarkt waren die Straßen, Geschäfte und das Stadtcenter gut besucht.

„Nicht angst und bange“

Peter Pientka, dem Geschäftsführer der Galeria Kaufhof Düren, wird beim Blick nach Aachen „nicht angst und bange“. „Als das City-Outlet in Bad Münstereifel eröffnete, hatten wir mit stärkeren Auswirkungen gerechnet, die dann aber doch nicht eingetreten sind“, hält er fest. Die Kunden seien Düren treu geblieben und nicht abgewandert. „Das Aquis Plaza ist ohne Frage ein großer Wettbewerber, der die Einzelhandelslandschaft verändert. Inwieweit uns das hier in Düren beeinflusst, inwieweit Kaufkraft abwandert, wird sich zeigen“, sagt Pientka gelassen. Das würde der Kunde entscheiden.

Pientka geht davon aus, dass das neue Shopping-Center in Aachen nicht so viele Dinge zu bieten hat, die es an der Rur nicht auch geben würde. Die Erreichbarkeit, die Parkplatzsituation um eine kompakte Innenstadt und das „Marketinginstrument Markt“ nennen er und Daniel Böttke als Pluspunkte für Düren. Außerdem sei der sogenannte Einzelhandelsbesatz, also die Art der Geschäfte, attraktiv, es gebe tolle Events, sagt Pientka. „Und was die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt anbelangt, tut sich was“, spielt er auf den Masterplan-Prozess an.