Düren: Für die vielen geplanten Bauprojekte fehlt Düren das Personal

Düren : Für die vielen geplanten Bauprojekte fehlt Düren das Personal

Eigentlich hatte die CDU-Fraktion nur eine Prioritätenliste für ein Sanierungsprogramm der städtischen Turnhallen beantragt. Die aber kann das städtische Gebäudemanagement mangels Kapazitäten frühestens 2019 erstellen, wie Amtsleiter Helmut Harperscheidt betont. Doch mit dem bloßen Hinweis allein will es der Gebäudemanager nicht bewenden lassen.

Er nimmt den Antrag zum Anlass, die Politik schonungslos auf die personelle Unterbesetzung seines Amtes aufmerksam zu machen.

Nicht nur, dass seine Abteilung im Vergleich zum Jahr 2002 heute mit weniger Personal deutlich mehr Projekte mit einem erheblich höheren Verwaltungsaufwand abzuarbeiten habe, ihr würden von der Politik permanent auch neue Maßnahmen aufs Auge gedrückt. Harperscheidt nennt Zahlen: In 2018 soll das Gebäudemanagement politische Beschlüsse mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro zusätzlich zu den ohnehin bereits vom Amt selbst geplanten Maßnahmen umsetzen, 2019 in einem Umfang von 7,3 Millionen, 2020 gar von 19 Millionen Euro. Stand heute.

Und in dieser Aufstellung sind Hängepartien noch nicht einmal berücksichtigt. „Wir schleppen seit Jahren eine Bugwelle von Maßnahmen vor uns her, die wir einfach nicht umgesetzt bekommen“, betont Harperscheidt. Projekte wie die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume am Wirteltor-Gymnasium und des Lehrschwimmbeckens in Merken — insgesamt Maßnahmen im Volumen von 16 Millionen Euro.

Daher appelliert der Gebäudemanager vehement an die Politik: „Wenn Sie alle Ihre Projekte umgesetzt haben wollen, benötige ich schlichtweg mehr Personal.“ Das sei alternativlos. Ansonsten müssten Großprojekte wie die Errichtung einer neuen Feuerwache und die Erweiterung der Anne-Frank-Gesamtschule zeitlich geschoben werden.

Arbeiten extern zu vergeben, sei nur bedingt möglich, betont Harperscheidt. Viele Projekte müssten gesteuert, koordiniert und ständig kontrolliert werden. Zudem habe sein Amt gerade in puncto städtische Bauten das größere Know-how. Er macht daher eine andere Rechnung auf: Bei vier Projekten im Umfang von jeweils 1,5 Millionen Euro würden allein 670 000 Euro an Gebühren für Architekten anfallen. Während ein Mitarbeiter im Amt gerade einmal 66 000 bis 70 000 Euro koste. Mit zwei zusätzlichen Stellen ihm, wie Harperscheidt sagt, bereits geholfen.

Doch das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Der Stellenplan könnte nur mit einem Nachtragshaushalt angepasst werden, erklärt Kämmerer Thomas Hissel, um gleichzeitig aufgrund des hohen Aufwandes vor dieser Lösung zu warnen und darauf hinzuweisen, dass es ohnehin schwierig werde, neue Stellen angesichts der großen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zeitnah zu besetzen.

Und Bürgermeister Paul Larue (CDU) macht deutlich, dass es mit zusätzlichen Stellen im Gebäudemanagement allein nicht getan sei. Auch andere Abteilungen wie das für Baugenehmigungen zuständige Bauordnungsamt würden dringend Personal benötigen. Das gelte auch für den Bereich des vorbeugenden Brandschutzes oder das Tiefbauamt. Larue räumt ein, dass im Zuge der notwendigen Haushaltskonsolidierung in den vergangenen Jahren zwingend auch am Personal gespart werden musste, selbst wenn sich das jetzt räche. Dies wirft Bernd Essler (AfD) der Verwaltungsspitze und den etablierten Parteien vor, die für die Haushalte der vergangenen Jahre verantwortlich sind.

Bis zum Herbst soll nun ausgelotet werden, ob es nicht doch noch personelle Ressourcen im Haushalt gibt. Die Rede ist von unbesetzten Stellen in anderen Ämtern, die umgeschichtet werden könnten. Henner Schmidt (SPD) fordert zudem Aufschluss über die Realisierbarkeit der bisher beschlossenen Maßnahmen, um dann eine Prioritätenliste erstellen zu können. >Angemerkt

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