Exart-Musiktheater: Für die Rockoper „Unlimited“ geht’s ins Haus der Stadt

Exart-Musiktheater : Für die Rockoper „Unlimited“ geht’s ins Haus der Stadt

„Unlimited“ heißt die neue Rockoper von Clemens Amendt vom Vossenacker Exart-Musiktheater. Es zieht für die Aufführungen seines neunten Stücks nach Düren um. Das Thema ist stets brisant.

Es geht um Macht, Liebe, um Fundamentalisten und um Menschen, die bereit sind, für die Wahrheit zu kämpfen. hat im vergangenen Jahr im Kulturkino von Vogelsang IP Premiere gefeiert. Von Donnerstag bis Sonntag wird es viermal im Haus der Stadt in Düren aufgeführt.

„Unlimited“, das ist die Geschichte von Alexis und Zoé. Alexis besucht die Eliteschule der „Macs“, Zoé die der „Illuis“. Alexis wird darauf getrimmt, die Macht im digitalen und gen-optimierten Zeitalter exzessiv an sich zu reißen. Zoé fühlt sich dazu berufen, die Welt zu retten. Beide gehören zu den Jahrgangsbesten und müssen an vorderster Front gegen die verfeindete Welt des Anderen kämpfen.

Die neunte Produktion

Clemens Amendt, eigentlich Lehrer für Politik, Geschichte, Sport und Wirtschaftswissenschaften am Franziskus-Gymnasium in Vossenack, hat die Idee für das Stück entwickelt, das Drehbuch geschrieben, außerdem führte er Regie. Sechseinhalb Jahre hat Amendt an seinem Werk gearbeitet, „Unlimited“ ist die neunte Produktion des Exart-Musiktheaters. „Als ich 2011 mit der Arbeit zu ‚Unlimited’ angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass es im Jahr 2019 noch so eine unglaublich große Brisanz und Aktualität hat.

Aber vielleicht habe ich geahnt, dass die Welt sich irgendwann mit machtbesessenen Politikern wie Trump und Erdogan auseinandersetzen muss.“ Er sei davon überzeugt, ergänzt der Pädagoge und Theaterleiter, dass totalitäre Regime nie bis zum Schluss durchhalten.

„Es wird immer menschliche Begegnungen geben, die alles ins Wanken bringen können“, betont Amendt. „Begegnungen, die so viel Sprengstoff in sich haben, dass sie bis zum Schluss für die Wahrheit kämpfen. Andererseits glaube ich aber, dass es trotzdem immer wieder neue totalitäre Regime geben wird. Alles fängt immer wieder von vorne an.“

Die Rockoper ist schnell, Musik und Videoproduktionen machen in dem zweieinhalbstündigen Stück nie eine Pause. Im Gegenteil: „Zeit, sich gemütlich zurückzulehnen, hat man bei uns eigentlich nicht“, sagt Amendt.

Zu „Unlimited“ gehören 65 Personen, 54 stehen aktiv auf der Bühne. Die meisten haben eine enge Beziehung zum Franziskus-Gymnasium. Schüler und Ehemalige machen mit, aber auch Eltern und Lehrer sind Teil des ambitionierten Projektes. „Bei uns stehen drei professionelle Sänger auf der Bühne, drei Hauptrollen werden aber auch von absoluten Laien besetzt.

Das Tolle ist, dass man manchmal überhaupt keinen Unterschied bemerkt. Zum einen, weil auch die Laien ganz hervorragende Sänger sind, zum anderen aber auch, weil wir eine absolut eingeschworene Gemeinschaft sind“, sagt Amendt. Wichtig sei, immer wieder auch junge Leute, Schüler des Franziskus-Gymnasiums, an die Teilnahme an einer neuen Produktion heranzuführen.

„Die Schüler werden sehr selbstbewusst, sie erleben eine unglaubliche Persönlichkeitsentwicklung. Sie werden an Grenzen herangeführt. Das ist einfach eine wahnsinnige Kraftquelle. Und es ist einfach schön, dass bei uns Menschen von 15 bis 70 Jahren auf der Bühne stehen.“

Der Aufwand, mit „Unlimited“ ins Haus der Stadt umzuziehen, sei „gigantisch“, sagt Clemens. Gleichzeitig war es ihm wichtig, sein Stück auch in Düren zu zeigen. „Natürlich möchten wir möglichst viele Menschen erreichen. Und das Haus der Stadt ist einfach ein sehr guter Theaterraum.“