Düren: Frivoles entlang der Gürtellinie

Düren: Frivoles entlang der Gürtellinie

„Wahre Lügen” tischte die Kölner Kabarettistin Helena Marion Scholz dem Publikum im Komm auf. Ein amüsanter Trip in die Welt der Verstrickungen und der Erkenntnis: „Wer lügt, hat die Wahrheit nur gedacht”. Dies gelte vor allem für Berufsgruppen wie Politiker und Banker, die die „Lizenz zum Lügen” gepachtet hätten, versicherte die Entertainerin, die mit ihrem Programm eher auf die Zuhörerinnen zielte.

Nur wenige Männer hatten sich im Komm verlaufen, erfuhren aber, dass sie mehr lügen als Frauen. Die Rangliste ihrer Falschaussagen: Autos, Job und Sex. Frauen flunkern eher bei Figurproblemen, dem Alter, bei Einkäufen, aber nicht beim Sex. Da „täuschen sie nur vor”. Überhaupt seien Schuhkäufe ihr liebstes Hobby, hat die Kölnerin beobachtet, weil sich die Schuhgröße kaum ändert.

Komischer Elan, kreative Leichtigkeit

Helena Marion Scholz beleuchtete die Welt der Lügen und Klischees, eingespielte, entstellte Werbespots mit einem gehörigen Maß an Sprachwitz entlarvten diese „Traumwelt”. Allerdings nur oberflächlich, aber mit komischem Elan und kreativer Leichtigkeit. Die Unterhaltung stand im Vordergrund, obwohl nicht unbedingt jeder Zugang zu dem Bühnenspiel fand.

Für ein Schmunzeln reichte es, wenn Steve Nobles, der die Musikkabarettistin am Flügel begleitete, augenzwinkernd von seiner Lieblingssportart Ringen („da liege ich oben und unten”) erzählte oder im Duett mit seiner Bühnenpartnerin salbungsvolle Oden an die spezifischen Geschlechtsmerkmale anstimmte. Das war nicht jedermanns Geschmack, die Reaktion schwankte zwischen Verlegenheitslächeln und freudetrunkener Zustimmung.

Die Art von Humor

Starke Momente hatte die Künstlerin, die schon einmal Rheinland-Pfalz-Meisterin im Triathlon war, wenn sie humorig flotte Lieder anstimmte, frivole Texte („Ich war nicht brav, ich war gut”) zu bekannten Melodien oder Liebeslieder mit ihrer angenehmen Stimme sang. Eine vergnügliche Reise entlang der Gürtellinie.

Wer die Art von Humor mochte, die die „schöne Helena” präsentierte, war im Komm-Zentrum bestens aufgehoben. Und die Herren der Schöpfung nahmen von der Humorfachfrau die grundsätzliche Erkenntnis mit, dass sie zu wenig Blut im Körper haben, um bestimmte Organe gleichzeitig zu versorgen.