Fridays for Future: Zum ersten Mal auch in Düren

„Fridays for Future“ : Schüler organisieren erste Klimaschutz-Demo in Düren

Die „Fridays for Future“-Bewegung ist im Kreis Düren angekommen. In den vergangenen Wochen sind regelmäßig um die zehn Jugendliche von der Rur zur Klimaschutz-Demonstration nach Aachen gefahren. Lena Carra (18) und Mattias Nietan (19) von der Anne-Frank-Gesamtschule in Mariaweiler haben mit anderen Schülern für diesen Freitag (10.30 Uhr, Kaiserplatz) eine Klimaschutz-Demon­stration für Düren organisiert.

„50 Jugendliche haben sich schon angemeldet“, sagt Lena Carra. „Sogar aus Jülich und Bergheim sind Schüler dabei. Wir hoffen natürlich, dass es noch  viel mehr werden.“

Die Bewegung „Fridays for Future“ folgt dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die seit Monaten jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm demonstriert. Morgen soll es in mehr als 1000 Städten in über 70 Ländern Schülerdemos geben. „In Deutschland machen Jugendliche in 170 Städten mit“, sagt Mattias Nietan. „Wir sind der Meinung, dass auch Düren eine eigene, starke Stimme braucht.“

Klimaschutz, ergänzt Lena Carra, sei ein wichtiges Thema. „Wir demonstrieren für unsere Zukunft. Da sollten eigentlich alle mitmachen.“ Dass die Demonstrationen während der Schulzeit stattfinden, finden die beiden Schüler richtig und auch unbedingt erforderlich. „Der Aufhänger ist doch ‚Schule schwänzen für die Zukunft’“, sagt Lena Carra. „Und wir brauchen möglichst viel Aufmerksamkeit. Wenn so viele Jugendliche die Schule schwänzen, um zu demonstrieren, wird die Angelegenheit zu einem Problem der Politik.“

Er habe, ergänzt Mattias Nietan, lange mit seinen Eltern über dieses Problem diskutiert. „Anfangs haben die auch gefragt, warum wir nicht nachmittags auf die Straße gehen können. Darum geht es aber nicht. Genauso wenig wie es darum geht, eine wichtige Klausur oder gar seinen Schulabschluss wegen einer Demo zu verpassen. Es geht einfach darum, so viel Resonanz wie möglich zu bekommen.“

Lena Carra und Mattias Nietan gehören zum Organisationsteam der Demo. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Grundsätzlich, so hat es auch das Landesschulministerium bereits im Februar eindeutig formuliert, dürfen Schüler während der Schulzeit nicht demonstrieren. In dem Schreiben heißt es: „Das verankerte Recht, an öffentlichen Protestzügen teilzunehmen, findet für Schüler seine Schranken in den gesetzlichen Bestimmungen zur Schulpflichterfüllung.“

„Natürlich begrüße ich es, wenn Schüler sich politisch und für die Gestaltung ihrer Zukunft engagieren“, sagt Olaf Windeln, Leiter der Bischöflichen St.-Angela-Schule. „Aber dazu gibt es innerhalb der Schule genügend Möglichkeiten.  Eine Teilnahme an einer Demonstration während der Unterrichtszeiten kann ich nicht akzeptieren.“ Bei mehr als vier unentschuldigten Fehlstunden, ergänzt Windeln, würde das auf dem Zeugnis vermerkt. Ähnlich geht auch das Wirteltor-Gymnasium mit der Thematik um.

Schulleiterin Dr. Claudia Fülling: „Es ist uns ein großes Anliegen, zivilgesellschaftliches Engagement bei den Schülern zu fördern. Das setzen wir um, indem wir im Unterricht und bei Exkursionen auch die Freitagsdemonstrationen und den Streik ansprechen.“ Bis jetzt, ergänzt die Schulleiterin, läge ihr aus keiner Klasse und keinem Kurs ein Antrag zur Teilnahme im Rahmen des Unterrichts an den Freitagsdemonstrationen vor.“

Lena Carra und Mattias Nietan würden sich wünschen, dass die Teilnahme an „Fridays for Future“-Demos als Entschuldigungsgrund anerkannt wird. Aber auch wenn das nicht passiert, wollen sie weitermachen. Mattias Nietan: „Wir überlegen, regelmäßig freitags in Düren zu demonstrieren, vielleicht einmal im Monat. Das Thema ist einfach zu wichtig.“ Eine endgültige Entscheidung darüber soll nach der Demo am Freitag fallen.

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