Kreuzau: Freundeskreis Liberia schickt Hilfsgüter über den großen Teich

Kreuzau: Freundeskreis Liberia schickt Hilfsgüter über den großen Teich

„So, der Keller ist leer, die Garage ist wieder frei, und die ganzen Kisten im Haus sind im Container”, freut sich Klaudia Gieraths aus Kreuzau, dass der große Hilfscontainer für die Gerlib Clinic in Liberia fertig gepackt ist.

Schon am Freitagmorgen um 8 Uhr klingelten zehn Helfer an der Tür, um den Überseecontainer mit medizinischem Instrumentarium - darunter drei Beatmungsgeräte -, vier Solarlampen, Gehstützen, gebrauchter Kleidung und Schuhen, Computern und jede Menge Spielzeug zu beladen.

Nach zwei Stunden waren über eine Tonne Hilfsgüter verstaut, und der Container konnte auf die vierwöchige Schiffsreise über Antwerpen zu seinem Bestimmungsort nach Paynesville, ein Vorort der Landeshauptstadt Monrovia in Liberia, starten. Gespendet wurden das Spielzeug und die Kleidung von Kreuzauer Bürgern. Die Beatmungsgeräte stellte Frank Schultes von der Task Force Germany Deutsche Erdbebenrettung zur Verfügung. Der Kauf der Medikamente und des Instrumentariums wurde durch den Freundeskreis Liberia ermöglicht, der auch die Kosten für den Transport von rund 3000 Euro übernommen hat.

Seit 1985 gibt es die Gerlib-Klinik. Sie wurde von Dr. Domo Nimene und seiner Frau Margret Gieraths-Nimene gegründet. Trotz des fortwährenden Bürgerkrieges in Liberia gelang es, die Clinic für die Bevölkerung immer geöffnet zu halten. „Täglich kommen über 80 Patienten zu uns”, erzählt Margret Gieraths-Nimene. Verbrennungen, Bronchitis und Bluvergiftungen gehörten zu den häufigsten Leiden. „Viele Kinder leiden an Malaria und Sauerstoffmangel.”

Im Krankenhaus werden neben der klassischen Heilbehandlung auch Aufklärung und Gesundheitsbildung angeboten. Gefördert werden die Rechte der Menschen, insbesondere Maßnahmen gegen Gewalt und genitale Verstümmelung. „Von 100.000 Geburten sterben im Schnitt 528 Kinder hier in Liberia. Diese Zahlen gehören zu den höchsten Sterblichkeitsraten bei Neugeborenen in der ganzen Welt”, so Gieraths-Nimene. Deshalb gehört auch die Verhütung unerwünschter Schwangerschaften und Familienplanung zum Angebot der Klinik.

Bereits am Sonntag fliegt Gieraths-Nimene wieder zurück nach Afrika, um den Container an seinem Bestimmungsort in Empfang zu nehmen. Dort warten schon ein Waisenhaus, ein Kindergarten und das Ärzteteam der Klinik auf die Spenden.

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