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Gifteinsatz in Jülich: Fremde Flüssigkeiten und Pulver im Einmachglas – was mache ich damit?

Gifteinsatz in Jülich : Fremde Flüssigkeiten und Pulver im Einmachglas – was mache ich damit?

Was macht man eigentlich, wenn man im eigenen Keller oder in der angemieteten Garage unbekannte Stoffe findet? Wir nehmen den Gifteinsatz in Jülich zum Anlass für einen Blick in die Schadstoffentsorgung.

Es kommt nach Einschätzungen der Feuerwehr gar nicht so selten vor, das Menschen in ihren Kellern, Garagen oder Rumpelkammern Gläschen mit Flüssigkeiten oder Dosen mit Pulver finden, von denen keiner mehr so genau weiß, was drin steckt ist und wozu es gebraucht werden kann.

Wie genau es am Samstag zu der folgenschweren chemischen Reaktion in Jülich gekommen ist, ist noch offen. Klar ist aber, dass unscheinbar aussehende Substanzen erhebliche Schäden verursachen können.

Aber was macht man eigentlich, wenn man eine Substanz im Keller findet, von der man gar nicht genau weiß, um was es sich handelt? Das Behältnis geschlossen lassen, ist wohl ein ganz entscheidender Schritt.

Und dann?

Schadstoffe gehören bei der AWA zum Alltagsgeschäft. Vieles, was etwa in Hobbyräumen und beim Renovieren im Einsatz ist, gehört nicht in die Restmülltonne, sondern zum Entsorgungshof oder ins Schadstoffmobil. Dort ist Fachpersonal vor Ort, sind Sicherheitsvorkehrungen vorhanden.

„Auch wenn sie nicht wissen, was in einem Gefäß ist, können sie es bei uns abgeben. Unsere Fachleute finden dann heraus, um was es sich handelt und wie es entsorgt werden muss. Wer Rat braucht, kann uns auch vorher anrufen“, erklärt Regina Brück von der AWA, die im Kreis Düren, in der Städteregion und in der Stadt Aachen für die Entsorgung solcher besonderen Abfälle zuständig ist. Kostenlos können Schadstoffe in kleinen Mengen am Schadstoffmobil, am Entsorgungszentrum in Warden, in Rurbenden und am Recyclinghof an der Kellershaustraße in Aachen-Eilendorf abgeben werden.

Wichtig sei, dass die Schadstoffe gut verschlossen oder verpackt transportiert und abgegeben werden müssen – und keinesfalls gemischt werden dürfen.

Abgegeben werden können am Schadstoffmobil und in Eilendorf bis zu 15 Kilogramm oder Liter. In Warden werden auch größere Mengen angenommen – dann allerdings gegen eine Gebühr. Unabhängig von der Menge: Wenn vorhanden, ist eine Originalverpackung ideal, weil die Mitarbeiter auf der Basis dieser Information über den weiteren Weg der Entsorgung entscheiden. Wenn bekannt ist, welche Stoffe sich in einem improvisierten Behälter befinden, erleichtert eine Beschriftung die Arbeit.

„Problematisch wird es für uns, wenn es sich um Sprengstoffe oder leicht explosive Stoffe wie Pikrinsäure handelt“, sagt Regina Brück. Denn: Dann müsse der Entsorgungshof geschlossen werden und ein Expertenteam anrücken. Nach Hause geschickt werde mit so einem Fund aber niemand, sagt sie. Zum Glück komme das aber nur sehr selten vor.