Eggersheim: „freiWerk“: Vielfältige Kunst und Natur im Einklang

Eggersheim : „freiWerk“: Vielfältige Kunst und Natur im Einklang

Bei der Ausstellung der neu gebildeten Künstlergruppe „freiWerk“ war vieles anders. Der Eingang zum Ausstellungsgelände war vom freien Feld aus zu erreichen. Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche waren trotz der nervenden Regengüsse auf tatsächlich 4000 Quadratmetern Garten- und Naturlandschaft unterwegs. Mütter und Väter schoben mit Kinderwagen durch die Anlage, in einem Museum in dieser Anzahl kaum zu sehen.

Der Garten — Besitzerin und Künstlerin Cilly Baum nennt ihn Naturgarten — bietet Platz für Blumen, Sträucher, Bäume, Gräser, Stauden, wild wachsend. Hier und da werden Pflanzen „gezähmt“, brauchen den Schutz eines Gewächshauses.

Breites Spektrum

Im naturbelassenen Bauerngarten stehen Gemälde, mit Folie gegen den drohenden Regen geschützt. An einem Holzschober warten weitere Gemälde auf ein Zwiegespräch. In den Bäumen, gut sichtbar, Installationen, unter ihnen Spruchbänder mit Texten berühmter Persönlichkeiten und Eigenproduktionen von Cilly Baum, die malt und textet.

An Stangen, an denen ansonsten Bohnen geerntet werden, hängen Acrylgemälde auf Leinwand. Staffeleien sind aus Naturhölzern fabriziert. Sehr beeindruckend, in wie vielen Variationen der Kölner Dom gemalt werden kann. Hier und da wird der Gast an das Geschehen auf der Welt erinnert: eine besondere Karte von Palästina verweist auf den Krieg im Nahen Osten.

Dazwischen lassen immer wieder Skulpturen, Objekte aus Metall und Holz, die Wanderung der Besucher stocken. Eine Dialogszene, abstrahierte Köpfe in verschiedenen Perspektiven, suggeriert „unorthodoxe“ Gespräche, die vielleicht irgendwann zu neuen Gedanken führen?

Musik von Chet Baker

Petra Janßen, eine Künstlerin, mag neben der Kunst die Musik von Chet Baker (1929-1988). Der Besucher kann sie, unter einem Zelt auf rotem Sofa sitzend, genießen. Nur nicht stolpern! Wilfried Baum verarbeitet seine Eindrücke in Holz und Metall. Auf einem liegenden Baum, geformt vom Künstler, steht ein anderer Baum. Der Gast hat die Freiheit der Interpretation.

Etwas versteckt entdeckt der Besucher eine Installation. Es ist ein lebendes Kunstwerk mit verschiedenen Moosen, angeleuchtet, beleuchtet, an Kindheitsträume erinnernd, eine sinnliche Erfahrung.

Harmonische Bereicherung

Sieben unterschiedliche Künstler — Barbara Irmen, Bärbel Jülich, Cilly Baum, Petra Janßen, Storm Wadham, Paul Wadham und Wilfried Baum — haben mit ihren je eigenen Werken ein Wochenende lang einen Naturgarten mit ihren Schöpfungen harmonisch bereichert. „Uns ist es wichtig“, sagte Cilly Baum, „dass die Menschen Natur und Kunst mit allen Sinnen begreifen.“