Freibad Vossenack: Weniger Geld für Förderverein?

Hitzige Debatte im Gemeinderat : Freibad Vossenack: Weniger Geld für Förderverein?

Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Hürtgenwald und dem Förderverein Freibad Vossenack gilt als beispielhaft. Jetzt könnte das Miteinander Risse bekommen. Der Grund: Der Gemeinderat will sich die Tür offen lassen, über den jährlichen Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro zu verhandeln.

Diese Summe ist vertraglich festgeschrieben. Die Fraktion Freie für Hürtgenwald schlug deswegen vor, den Vertrag fristgerecht zu kündigen. Dies führte zu einer langen Diskussion. Letztlich wurde die Entscheidung vertagt.

Axel Buch soll vermitteln

Bürgermeister Axel Buch (CDU) will nun das Gespräch mit dem Förderverein suchen mit dem Ziel, dass die Fördersumme im Zuge der Haushaltsberatungen durchaus niedriger ausfallen könnte. Die Kündigungsfrist des Vertrags läuft am 30. September ab. Sollte man mit dem Förderverein keine Lösung finden, wolle man eine dringliche Entscheidung herbeiführen.

Dessen Vorsitzender Wolfgang Menningen saß im Publikum und erlebte eine hitzige Debatte. Der Förderverein hat den Badbetrieb im Jahr 2015 übernommen, nachdem die Schließung gedroht hatte. Mit großen Anstrengungen und einer Unterschriftenaktion konnte das Freibad gerettet werden. Seitdem geht es bergauf. Noch im vergangenen Jahr teilte Menningen mit: „Insgesamt haben wir die Kosten um zwei Drittel senken können, seit wir das Bad führen.“ Ohne die Sanierung der Technik für rund 130.000 Euro, so schränkte er ein, hätte das nicht funktioniert.

Die Kommunalpolitiker wollen jedoch genaue Betriebszahlen wissen und erwarten unter anderem einen Jahresbericht. In ihrem Antrag schreibt die Fraktion Freie für Hürtgenwald von „diversen Ungereimheiten“, zu der die Geschäftsführung des Freibads Stellung beziehen solle. Der Jahresbericht 2018 liege noch nicht vor. Der Vossenacker Ortsvorsteher und Gemeinderat Ulrich Hallmanns (CDU) erinnerte in der Gemeinderatssitzung daran, dass die Gemeinde dank des Engagements des Vereins 80.000 bis 100.000 Euro jährlich an Betriebskosten spare.

Wunsch zu sparen

Den Wunsch, weiter zu sparen, hegen viele Mitglieder des Gemeinderats. Dass die Kommune nicht auf Rosen gebettet ist, wurde auch beim Blick auf die aktuelle finanzielle Entwicklung in der Sitzung deutlich. Allerdings scheute sich das Gremium nach längerer Debatte dann doch, eine Kündigung des Vertrags auszusprechen – bei allem Sparwillen. „Dies wäre ein unglückliches Signal“, sagte Heinz Kaumanns (SPD). Konsens herrschte darüber, die Entscheidung zu vertagen.

Jetzt gilt es, das Gespräch zwischen Bürgermeister und Förderverein abzuwarten. Dann kommt das Thema schnell wieder auf die Tagesordnung.