Frauwüllesheim: Konzert in der Kirche St. Mariä Heimsuchung

Frauwüllesheim: „Cappella Villa Duria“: Barockmusik stimmt auf Weihnachten ein

Alle Jahre wieder präsentiert die „Cappella Villa Duria“ in der Pfarrkirche von Frauwüllesheim, St. Mariä Heimsuchung, ein Konzert, das die Besucher in der Adventszeit auf Weihnachten einstimmt.

Überschrieben war das Konzert mit „Barockmusik im Kerzenschein“. Auf jeder Bank im Kirchenschiff und im Altarraum standen Kerzen, leicht flackernd mit Beruhigungspotenzial.

Die „Sonate c-Moll für Oboe und Basso Continuo“ von Antonio Vivaldi (1678-1741) eröffnete den Reigen der Kompositionen. Meisterlich spielte Tomo Yoshida seine Oboe, den Cellopart übernahm Matthias Purrer, die schwarz-weißen Tasten des Cembalos bediente Stefan Palm. Die Sonate ist bedächtig bis beschwingt. Begeistert trieben die Instrumente das Thema voran.

Im nachfolgenden Stück traten neben dem Solo-Cello das Cembalo und ein zweites Cello im Basso Continuo auf, hier bezeichnet als Continuocello. Ein Schüler von Matthias Purrer, Florian Hornef, ergänzte das Musikerteam. Gespielt wurde die „Sonate d-Moll für Violoncello und Basso Continuo“ von Willem de Fesch (1678-1761). Besinnlich bis lebhaft beschritten die einzelnen Instrumente rund um das Solo-Cello eigene Wege. Und die Gäste in der kleinen Kirche genossen — so sagten sie nach dem Konzert — die geniale Vorstellung, technisch perfekt, mit himmlisch reinen Tönen, in Kooperation mit großer Empathie.

Atemtechnik des Oboisten

Besonders beeindruckend war — das wurde im Laufe des Konzerts immer deutlicher — die spezielle Atemtechnik des Oboisten. Der neugierige Beobachter bemerkte mit Erstaunen, dass Tomo Yoshida kaum zu atmen schien. Luft holte er unmerklich über die Nase, um damit das Instrument zu betätigen. In Johann Sebastian Bachs (1685 bis 1750) „Sonate g-Moll für Oboe und Cembalo“ brachte Tomo Yoshida seine große Klasse zu Gehör. Im späteren Oboen-Solo „Le repos de Tityre“, komponiert von Charles Koechlin (1867 bis 1950), entfaltete der Musiker das ganze Spektrum des schwer zu spielenden Instrumentes.

Ein ebenso perfektes Solo spielte Matthias Purrer mit seinem Cello bei „Arioso“ in Begleitung des Cembalos. Der Musiker demonstrierte einmal mehr, wie nahe der Klang des Cellos der menschlichen Stimme ist. Was wäre ein Konzert mit Barockmusik ohne eine Komposition von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759)? Die Besucher genossen die „Sonate F-Dur für Oboe und Basso Continuo“. Eindrucksvoll spiegelt dieses Werk den Zeitgeist der Barock-Epoche wider: klare Melodien, gleichmäßige Rhythmik, keinerlei Abweichungen.

Aufgelockert wurden die Werke von Stefan Palm an der Orgel. Palm spielte die „Sonata d-Moll“ von Johann Adolf Hasse (1699 bis 1783) und das „Thema mit vier Veränderungen“ von Justin Heinrich Knecht (1752 bis 1817).

Trotz fast eisiger Kälte harrten alle Besucher in der Kirche aus. Dafür erlebten die Zuhörer überzeugende Musiker und erhielten neue Erkenntnisse in die Welt der Barockmusik.

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