Düren: Frauenempfang: „Benachteiligung immer wieder ins Bewusstsein rufen“

Düren: Frauenempfang: „Benachteiligung immer wieder ins Bewusstsein rufen“

„Wir wollen an diesem Tag ein Zeichen setzen“, sagte Gilla Knorr, die Frauenbeauftragte der Stadt Düren, beim Empfang zum Weltfrauentag. Es habe sich zwar viel verändert und verbessert in den vergangenen Jahren, aber: „Auch in Deutschland haben wir unser Ziel noch nicht erreicht: Die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft“, betonte Knorr.

Rund 280 Frauen waren ins Leopold-Hoesch-Museum gekommen. In ihrer Ansprache verwies die Frauenbeauftragte auf den aktuellen Frauendatenreport, der zeige, dass Frauen noch immer benachteiligt würden. „Das müssen wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen“, forderte sie. Mit dem Weltfrauentag wolle man jedes Jahr aufs Neue auf die Themen aufmerksam machen, die frauenpolitisch vernachlässigt würden. Man wolle zeigen: „So geht es nicht.“

In diesem „so geht es nicht“, hat der Weltfrauentag auch seinen Ursprung: Erstmals wurde er 1911 von Frauen begangen, die damit für Gleichberechtigung und das Wahlrecht der Frauen kämpften.

Aber nicht nur, um aktuelle frauenpolitische Themen in die Diskussion zu bringen, sei der Weltfrauentag wichtig. „Wir möchten mit diesem Tag auch das würdigen, was Sie Zuhause, im Beruf und im Ehrenamt leisten“, betonte Gilla Knorr.

„Es ist gut, das wir heute die Möglichkeit haben, öffentlich über Themen, die Frauen betreffen zu diskutieren“, betonte Gastgeberin und Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann. „Frauen sind auf dem Vormarsch. Auch im kulturellen Bereich.“

Beim Frauenempfang rückte ein eher unbekanntes frauenpolitisches Thema in den Fokus: die „frauendiskriminierenden Strukturen“ in der katholischen Kirche. Die ehemalige Ordensschwester Majella Lenzen aus ihrem Buch „Fürchte Dich nicht! Mein Weg aus dem Kloster“. Mit ihrer Lebensgeschichte möchte sie zum Weltfrauentag aber nicht nur anderen Nonnen, sondern allen jenen, die sich in ihrem Leben gefangen fühlen, Mut machen: „Wagen sie den Neuanfang. Denn dazu ist es nie zu spät.“ Aber die Frauen wissen auch, dass Mut dazugehört, über die Dinge, die hinter verschlossenen Türen geschehen zu sprechen.

Bevor die Frauen einen Rundgang durch die neue Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum genießen konnten, brachten die „Anna Bells“ ein Konzert zu Gehör.

Mehr von Aachener Zeitung