Fotografien, Infos und Prospekte zum Projekt „Hiroshima, Nagasaki“

Friedensgruppe Düren : Appell für eine atomwaffenfreie Welt

Fotografien, Informationen und Prospekte zum Projekt „Hiroshima, Nagasaki“ wurden vom 1. bis 12. Juli im Foyer des Rathauses ausgestellt, und zeigten die schrecklichen Folgen der beiden Atombombenabwürfe 1945. Die Präsentation der Ausstellung der deutschen Sektion der internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) war eine von mehreren Aktionen, mit denen die Friedensgruppe Düren dazu aufruft, sich gemeinsam für eine atomwaffenfreie Welt zu engagieren.

In die Ausstellung eingeführt haben Thomas Floßdorf, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Düren, Heiner Krüger als Vertreter der Friedensgruppe Düren sowie Dr. Lorenz Peter Johannsen von der IPPNW.

50.000 Menschen waren sofort tot, Strahlenschäden und Langzeitfolgen durch Verseuchung plagen die Gebiete Japans auch heute noch. Heiner Krüger bezeichnet die Atombombe als größte Bedrohung für die Menschheit. „Die Abschaffung aller Atomwaffen: Das ist unsere Verantwortung gegenüber den Opfern“, sagte das Mitglied der Friedensgruppe Düren, und „dass diese Geißel der Menschheit für ein und allemal der Vergangenheit angehört“. Es sei außerdem eine Schande, dass Gelder in Milliardenhöhe in Rüstung investiert werden, während Menschen auf der Welt noch an Hunger leiden und sterben müssen.

Auch Thomas Floßdorf spricht sein Unverständnis für die Verniedlichung der Mordwaffen mit den Namen „Little Joe“ und „Little Boy“ aus, das anonyme Töten, das die moderne Kriegsführung ausmacht, sei überhaupt das Gefährlichste an der ganzen Sache. Noch unberechenbarer als die Folgen eines Atombombenabwurfs seien nur die Staatschefs, deren Gemüter heutzutage einen Knopfdruck entfernt die Katastrophe auszulösen scheinen.

Und auch, wenn das Thema Frieden für viele junge Menschen selbstverständlich ist, so sei die Erinnerung an so schwere Verbrechen umso wichtiger.

Dr. Lorenz Peter Johannsen sprach von einer seelischen Krankheit der Menschen: Friedlosigkeit, so nannte der Vertreter der IPPNW das Phänomen, habe schwere Folgen für Mensch und Umwelt, wie die Atombombenabwürfe in Japan gezeigt haben.

Die Initiatoren möchten zudem noch weitere Aktionen auf den Weg bringen, und auch Schulen haben sich auf Nachfrage schon dazu bereit erklärt, das Thema mit in den Unterricht einzubeziehen.

Im Mittelpunkt aller Aktionen steht dabei die Geschichte des japanischen Mädchens Sadako, das aufgrund des Atombombenabwurfs unheilbar an Leukämie erkrankte. Im Krankenbett faltete sie Papierkraniche, von denen es heißt: Hat man 1000 gefaltet, geht ein Wunsch in Erfüllung. Und auch heute noch ist der Kranich weltweit Symbol der Hoffnung und des Friedens.

Darüber hinaus plant die Friedengruppe Düren, am 6. August eine Stele in der Nähe des Hauses der Stadt zu enthüllen, die Steinmetz Christoph Plinz rund um die Symbolfigur des Kranichs entworfen hat. 7000 Euro sind nötig, um den Entwurf zu realisieren. Deshalb ruft die Friedensgruppe Düren dazu auf, dafür auf das Konto der Evangelischen Gemeinde zu Düren zu spenden (IBAN: DE41350601901010902033) unter dem Stichwort „Friedensmahnmal“.

(ms)
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