Kreis Düren: Flutmulden sollen Kröten und Molchen helfen

Kreis Düren : Flutmulden sollen Kröten und Molchen helfen

Anfang Februar wird es für kurze Zeit laut im Kalltal: Im Auftrag der Biologischen Station werden Bagger an drei Stellen in der Aue der Kall sogenannte Flutmulden anlegen.

Kleinere und große Vertiefungen im tonigen Boden sollen Hochwässer, Hangsickerwasser oder Regenwasser möglichst so lange zurückhalten, bis Kröten, Molche und Frösche ihre Entwicklung von der Kaulquappe zum erwachsenen Tier abgeschlossen haben. In den nassen Böden können Feuchtwiesenpflanzen Fuß fassen, Libellen und Wasserfledermäuse profitieren von solchen temporären Wasserflächen.

Ähnlich wie in diesen vor wenigen Jahren am Zulauf der Wehebachtalsperre angelegten Kleingewässern sollen auch im Kalltal hochwertige Biotope entstehen. Im Rahmen des „LIFE+“-Projektes werden die letzten beiden Fichtenparzellen im Steinbachtal gerodet. Hier ist anschließend Platz und Licht, so dass sich ein Erlenauwald entwickeln kann.

Das „LIFE+“-Projekt „Rur & Kall — Lebensräume im Fluss“ der Biologischen Station Düren und der Biologischen Station StädteRegion Aachen hat seit Januar 2012 mit zahlreichen Maßnahmen über 30 Kilometer Fließgewässerstrecke für Fische wie die Bachforelle oder die Mühlkoppe wieder durchgängig gemacht und Auenlebensräume naturnah gestaltet: Verrohrungen wurden durch Brücken ersetzt, Staustufen und Wehre umgestaltet, standortfremde Fichten gerodet und verbrachte Feuchtwiesenlebensräume wieder in eine naturverträgliche landwirtschaftliche Nutzung integriert.

Gefördert wird das Projekt, das im Juni 2018 endet, zu großen Teilen durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen, den Eigenanteil finanzieren die Gemeinde Hürtgenwald, der Kreis Düren und die StädteRegion Aachen.