Nörvenich: Fluggerätmechaniker: „Die Piloten vertrauen Ihnen ihr Leben an“

Nörvenich: Fluggerätmechaniker: „Die Piloten vertrauen Ihnen ihr Leben an“

Oberst Stefan Kleinheyer spricht von einem „technisch äußerst anspruchsvollen Beruf“: Ab sofort bildet das Nörvenicher „Boelcke“-Geschwader neben Elektronikern auch zivile Fluggerätmechaniker aus. Die ersten zwölf Azubis haben vor wenigen Tagen ihre dreieinhalbjährige Ausbildung in einer eigens für diesen Zweck umgebauten Halle auf dem Fliegerhorst begonnen.

Die elf jungen Männer und die eine Frau, die sich gegen 240 Mitbewerber durchgesetzt haben, lernen direkt am Original den Umgang mit hochkomplexen Systemen. Dafür stehen ausrangierte Maschinen zur Verfügung — von der Propellermaschine, über einen Helikopter bis zum F-104-Starfighter. Auch ein Tornado soll die neue Ausbildungswerkstatt noch bereichern. „Sie werden zu Spezialisten, die unsere Hochtechnologie in die Luft bringen“, betonte der Kommodore, um noch einmal die Bedeutung der Fluggerätmechaniker zu unterstreichen: „Die Piloten vertrauen Ihnen nicht weniger als ihr Leben an.“

Das „Boelcke“-Geschwader hat die Ausbildung der Fluggerätmechaniker im Zuge der Bundeswehrstrukturreform vom bisherigen Standort Kaufbeuren übernommen. In zwei Jahren wurde nicht nur das erforderliche Know-how in Nörvenich aufgebaut. Im rückwärtigen Bereich des Fliegerhorstes wurde auch eine ehemalige Instandsetzungshalle für rund 500.000 Euro umgebaut.

Seit 1984 bereits bietet das „Boelcke“-Geschwader die zivile Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme an. Mehr als 300 Azubis haben in dieser Zeit die dreieinhalbjährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, rund 75 Prozent der Absolventen haben sich anschließend für eine Tätigkeit bei der Bundeswehr entschieden. Das zeigt, welchen Stellenwert die zivile Ausbildung für die Streitkräfte hat.

Bundesweit unterhält die Bundeswehr 31 Ausbildungswerkstätten mit mehr als 4000 Plätzen. Aber gezwungen wird keiner, erklärt der langjährige Leiter der Ausbildungswerkstatt, Hans-Hermann Harms. Wer nach seinem Abschluss nicht bei der Luftwaffe bleiben will, kann auch in die freie Wirtschaft wechseln. Das gilt auch für die neuen Fluggerätmechaniker, mit deren Ausbildung ein neues Kapitel in der fast 60-jährigen Geschichte des Geschwaders begonnen hat.

Die Ausbildungsplattfom in der Region Aachen, Düren und Heinsberg: acubi.de

(ja)