Nörvenich: Flüchtlingsunterkunft: Bezirksregierung nicht so schnell, wie Gemeinde will

Nörvenich: Flüchtlingsunterkunft: Bezirksregierung nicht so schnell, wie Gemeinde will

Auch die Gemeinde Nörvenich ächzt unter der Last, Asylsuchende und Flüchtlinge unterbringen zu müssen. Aktuell werden 227 Personen betreut; vor vier Wochen waren es 198 gewesen.

„Wenn das in dem Tempo weiter geht, sind wir schnell am Ende unserer Möglichkeiten“, sagte Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Kurzfristig kann das Antoniushaus nach entsprechendem Umbau in den nächsten Tagen genutzt werden.

Schwieriger gestaltet sich dagegen die Absicht, das Gebäude der früheren amerikanischen Grundschule auf dem Kasernengelände Haus Hardt kurzfristig für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen. Als „unaufschiebbare Maßnahme“ nach § 82 Gemeindeordnung NRW hatte Bürgermeister Dr. Czech die Zustimmung der Bezirksregierung Köln eingefordert. Aber dort mahlen die Mühlen der Bürokratie offenbar nicht so schnell. „Da möchte man mit der Kanzlerin sagen: Deutsche Gründlichkeit muss nun deutscher Flexibilität weichen“, kommentierte der Bürgermeister sarkastisch die ausbleibende Genehmigung.

Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung hat für den Malteser-Hilfsdienst (MHD) zumindest eine negative Auswirkung. Weil immer mehr Bekleidung an die Flüchtlingsunterkünfte gespendet wird, bleiben die 20 Altkleider-Container des MHD im Gemeindegebiet weitgehend leer. Daher trägt sich der MHD mit der Absicht, einige der Container abzubauen. Da der Malteser Hilfsdienst für die Aufstellplätze Miete an die Gemeinde zahlt, gehen der Nörvenicher Kasse auch einige Euro durch die Lappen.

(fjs)
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