Düren: Flüchtlinge belegen Ausbildungscrashkurs

Düren: Flüchtlinge belegen Ausbildungscrashkurs

Tamer Ahmad kommt aus Syrien. Der 29-Jährige lebt seit drei Jahren in Deutschland und will eine Ausbildung zum Altenpfleger machen. Der Weg dahin ist lang, die Sprachbarriere noch zu groß. Um seinem Berufswunsch näher zu kommen, hat er, gemeinsam mit fünf anderen Geflüchteten, eine dreimonatige Qualifizierung zum „Pflegediensthelfer“ abgeschlossen.

Das Ausbildungs-Projekt, an dem Ahmad teilgenommen hat, wurde von dem Evangelischen Fachseminar für Altenpflege und Low-tec, einer gemeinnützigen Arbeitsförderungsgesellschaft, durchgeführt. Die finanziellen Mittel für die Ausbildung kamen von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH NRW). Sie setzt sich dafür ein, dass Flüchtigen die Integration in den Arbeitsmarkt gelingt.

Gabriele Jendrzey, Leitung des Fachseminars von Low-tec, erklärt: „Die Schüler haben in knapp drei Monaten theoretischen und praktischen Pflege-Unterricht erhalten und außerdem einen Sprachkurs belegt. Das Gelernte wurde anschließend in einem zweiwöchigen Praktikum in sozialen Einrichtungen angewandt.“

Ahmad hat sein Praktikum im Caritas-Pflegewohnheim St. Andreas absolviert. Rentner waschen, Essen reichen und Tabletten geben — diese Aufgaben kennt er schon aus seiner Heimat. Dort hat er drei Jahre lang seine blinde Großmutter gepflegt. Dadurch sei auch der Wunsch entstanden, in der Altenpflege zu arbeiten. „Ich möchte alten Leuten helfen“, erklärt er seine Motivation.

Laut Michael Schieren, Leiter des Wohnheims St. Andreas, ist Ahmad bestens für einen sozialen Beruf geeignet. „Er hat eine ruhige Ausstrahlung, das wurde gut von den Pflegebedürftigen aufgenommen.“ Besonders hebt Schieren das saubere Arbeiten, nicht nur bei der Körperpflege, hervor. Schieren setzt sich jetzt dafür ein, dass der Syrer einen Platz für eine einjährige Ausbildung zum Pflegeassistenten in einem Caritas-Wohnheim bekommt. „Bei gutem Abschluss besteht die Möglichkeit, eine anknüpfende Ausbildung zur Altenpflegefachkraft zu verkürzen.“

Den Traum von einer Ausbildung hegt auch Fiori Ghebrehewit aus Eritrea. Sie ist vor drei Jahren, da war sie 19 Jahre alt, nach Deutschland geflüchtet. Aktuell holt sie ihren Hauptschulabschluss nach und festigt ihre Deutschkenntnisse. Auch sie hat an der Qualifikation zur Pflegediensthelferin teilgenommen und hofft, ihrem Berufswunsch so näher zu kommen. „Ich habe viele Erfahrungen gemacht und etwas über Krankheiten und die Pflege gelernt.“ Jetzt will sie Krankenschwester werden. Das Projekt „Integration durch Qualifizierung“ hat sich für die Geflüchteten gelohnt.