Düren: Floßdorf bietet SPD Große Koalition auf Augenhöhe an

Düren: Floßdorf bietet SPD Große Koalition auf Augenhöhe an

Aus gesundheitlich-persönlichen Gründen war es um den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Floßdorf lange ruhig. Monatelang ließ er seine Ämter ruhen, kehrte erst Anfang des Jahres auf die politische Bühne zurück.

Vor dem Stadtparteitag am Donnerstag — Vorstandswahlen stehen nicht an — meldet sich der 39-Jährige mit klaren Worten zurück: „Fast genau zwei Jahre nach der Kommunalwahl muss man feststellen, dass die ‚Ampel‘-Koalition im Stadtrat krachend gescheitert ist“, erklärt Floßdorf.

Um ihre drei kleinen Partner bei der Stange zu halten, müsse die SPD viel zu viele Zugeständnisse machen — nicht gerade zum Wohle der Stadt. Und dabei denkt der 39-Jährige nicht nur an das leidvolle Thema Carsharing/Fahrradstation an der Weierstraße. Mit Blick auf die großen Herausforderungen bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2020 wie der Umsetzung des Masterplans Innenstadt bietet er den Genossen daher eine „Große Koalition auf Augenhöhe“ an. Die Intention ist klar: Düren braucht aus seiner Sicht „wieder eine klare CDU-Handschrift“. Was er damit meint, macht Floßdorf an einer Reihe von Beispielen deutlich.

Thema Masterplan: Bei der Umgestaltung von Markt- und Kaiserplatz müsse die Funktionalität beider Plätze erhalten bleiben. Das heißt, dass gestalterische Elemente wie Wasserspiele so angeordnet werden müssten, dass Wochenmarkt und Veranstaltungen mit hoher Besucherfrequenz nicht beeinträchtigt werden. Wichtig sei auch der Busverkehr als Frequenzbringer, ob wie bisher oder mit neuem Konzept im Umfeld sei noch zu prüfen. Ohne Bushaltestellen in der Nähe drohe dem Kaiserplatz das gleiche Schicksal wie dem oft menschenleeren Ahrweilerplatz.

Theodor-Heuss-Park: Floßdorf plädiert dafür, dass der Park im Umfeld des künftigen Hotels einsehbar sein muss und spricht sich für wenige, dafür aber gute gestalterische Akzente aus, nicht unbedingt für eine Milchbar.

Wohnraum: Mit Blick auf das Angebot von Bauverein und Baugenossenschaft ist die CDU überzeugt, dass „ausreichend preiswerter Wohnraum in Düren zur Verfügung steht“. Die Forderung der „Ampel“ nach mehr sozialem Wohnraum gehe am Puls der Zeit vorbei. Floßdorf spricht von „Sozialromantik“, die nur zum Zuzug weiterer Sozialschwacher führe. „Wir brauchen vielmehr Wohnraum für alle Einkommensschichten und müssen Angebote für Besserverdienende schaffen.“

Gewerbegebiet Düren/Langerwehe: Mit Blick auf die rund 30 000 Arbeitsplätze, die bis 2030 im Rheinischen Revier wegfallen, davon bis zu 2500 allein in Düren, spricht er von einem „Todesurteil“, wenn Land und Bezirksregierung dabei bleiben sollten, nur etwa die Hälfte der beantragten 108 Hektar zu genehmigen. Das würde nicht einmal ausreichen, die in Düren wegfallenden Arbeitsplätze zu kompensieren, geschweige denn neue zu schaffen. Floßdorf nimmt die Landesregierung in die Pflicht, die bei allen Überlegungen, den Flächenverbrauch zu senken, den Strukturwandel nicht außer Acht lassen dürfe.

Indeland: Da der von der „Ampel“ geforderte und vom Stadtrat nach jahrelanger Diskussion beschlossene Beitritt zur Entwicklungsgesellschaft Indeland vom neuen Wirtschaftsförderer Thomas Hissel mit Blick auf den fragwürdigen Nutzen für die Stadt derzeit kritisch gesehen wird, stellt sich für die nie vom Indeland-Projekt begeisterte und gegen die Restseelösung eingestellte CDU die spannende Frage: Wie entwickelt sich Merken? „Wir haben unser scharfes Schwert der Klage gegen den Restsee ohne Not aufgegeben“, kritisiert Floßdorf.

Schulentwicklung: Weder die aktuellen Anmeldezahlen noch die Erkenntnisse aus dem Schulentwicklungsplan liefern aus Sicht des CDU-Vorsitzenden „überzeugende Argumente für Veränderungen im Bereich der weiterführenden Schulen“. Die CDU spricht sich weiter für einen Erhalt des Status quo aus, sieht keinen Bedarf für eine dritte Gesamtschule, will aber das pädagogische Konzept im Offenen Ganztag im Grundschulbereich vereinheitlichen.

Stadtratsarbeit: Der von der „Ampel“ initiierte Bürgerausschuss verursache nur Kosten von jährlich 20.000 Euro, die Vergrößerung aller Ausschüsse, die notwendig wurde, um allen „Ampel“-Fraktionen einen Sitz zu geben, habe nur die AfD ins Spiel gebracht, ärgert sich Floßdorf. Dies müsse noch einmal überdacht werden.

Der CDU-Chef spricht sich für eine Kooperation mit Euskirchen und Zülpich zur Wiederbelebung der Bördebahn aus, fordert eine städtische Düren-App fürs Smartphone zur Information der Bürger und eine weitere Intensivierung des SOS-Dienstes. Die DKB fordert er mit Blick auf den Klimawandel auf, zumindest in der Stadt über den Einsatz von E-Bussen nachzudenken.