Nideggen: Filzausstellung im Burgmuseum: Viele Künstler folgen der Einladung

Nideggen: Filzausstellung im Burgmuseum: Viele Künstler folgen der Einladung

Farbenfroh und voller Fantasie ist die Ausstellung „Alles Filz oder was?“, die am Sonntagvormittag im Burgenmuseum eröffnet wurde.

Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) sprach während der Vernissage. In einem humorvollen Seitenhieb kam er zunächst auf politischen Filz zu sprechen, der aber zum Glück in der Ausstellung keine Beachtung finde. Er dankte und lobte die Arbeit von Luzia Schlösser, Leiterin des Burgenmuseums. Spelthahn: „Die Ausstellung ist hervorragend gelungen, diese themenbezogene Arbeit ist ausgezeichnet.“ Mit sehr kleinem Budget und einem sehr kleinen Team leiste Luzia Schlösser Großartiges. Luzia Schlösser wiederum nannte die Ausstellung in ihrer Ansprache „umfangreich, ausfüllend, spannend und den Alltag belebend“.

Schlösser: „Immer schon habe ich davon gesponnen, eine Filzausstellung zu konzipieren.“ Doch den richtigen Faden zu finden, das habe einige Zeit in Anspruch genommen. In der Filzkünstlerin Thyra Holst aus Overath fand sie dann ein passendes Pendant. Die beiden Fachfrauen überlegten sich, die Ausstellung auszuschreiben. Gesagt, getan. Mehr als 30 Künstler aus dem In- und Ausland, deren Arbeiten nun in Nideggen im Burgenmuseum vertreten sind, kamen auf diese Weise zusammen. Die neue Ausstellung beleuchtet das Filzhandwerk vom 13. Jahrhundert bis zur aktuellen Filzkunst. Im Mittelalter verhalf das Filzen zu einem gewissen Lebensstandard.

Jurten, Hirtenmäntel und Schuhe wurden aus Filz hergestellt. In Asien hatte dieses Handwerk dagegen schon mehrere Hundert Jahre vor Christus einen hohen Stellenwert. Kirgistan wurde schon als das „Filzland“ bezeichnet. Heutzutage entdecken Filzkünstler zunehmend diese alte Wollkunst. Skulpturen, Installationen und Reliefs sowie ausgefallene Kleidungsstücke ziehen die Blicke auf sich. Die Vernissage umrahmten Gertrud Endrödy (Harfe) und Kiyomi Krüger (Flöte) musikalisch. Die Ausstellung „Alles Filz oder was?“ ist noch bis Ende 2016 im Burgenmuseum zu sehen.

(gkli)
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