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Personalknappheit: Feuerwehr Düren sucht dringend Verstärkung

Personalknappheit : Feuerwehr Düren sucht dringend Verstärkung

Im kommenden Jahr 2020 wird in Düren ein Konzept umgesetzt, mit dessen Hilfe neue Ehrenamtliche für die Feuerwehr gewonnen werden sollen. Die Personalknappheit in manchen der 13 ehrenamtlichen Löschgruppen werde immer dramatischer.

„Der gesamten Feuerwehr geht es gut, aber in einzelnen ehrenamtlichen Löschgruppen haben wir deutlich zu wenige Mitglieder“, sagt Benedikt Janssen und sein Kollege Mark Heimlich ergänzt: „In einigen Ortsteilen gibt es schon Probleme.“ Die Männer sind zwei der rund 100 Hauptamtlichen der Dürener Wehr und dort zuständig für das Ehrenamt und die Ausbildung.

Sie sind mitverantwortlich für eine große Kampagne zur Nachwuchsgewinnung, die im kommenden Jahr laufen soll. Nachwuchs bezieht sich in diesem Fall weder auf Jugendliche – die Jugendfeuerwehr ist mit 110 Mitgliedern gut aufgestellt – noch auf hauptamtliche Mitarbeiter. Janssen: „Im Hauptamt sind wir gut versorgt.“ Der Sockel, das Fundament der Wehr sind die Ehrenamtlichen. Von denen sollen ab 2020 mehr hinzukommen.

Personalknappheit in Löschgruppen

Benedikt Janssen und Mark Heimlich (v.l.) organisieren mit zehn Kollegen eine Kampagne zur Nachwuchsgewinnung. Foto: ZVA/Anne Schröer

Rund 300 Ehrenamtliche gibt es derzeit in der Dürener Wehr. Das ist der Ist-Zustand. Einen Soll-Zustand zu benennen fällt Janssen und Heimlich schwer. „Uns geht es im Vergleich zu kleinen Feuerwehren relativ gut“, meint Janssen. Aber die Personalknappheit in manchen der 13 ehrenamtlichen Löschgruppen werde immer dramatischer. „Wir müssen jetzt für Nachwuchs sorgen“, sagt Heimlich bestimmt. Er und seine Mitstreiter wollen „vor die Lage kommen“, wollen agieren, statt reagieren zu müssen. Genau dafür hat die Wehr nun ein Konzept entwickelt.

Angelehnt sind die Vorhaben der Wehr an eine landesweite Kam­pagne, ergänzt jedoch um eigene Ideen. Kern des Konzeptes werden Vor-Ort-Veranstaltungen bei jeder einzelnen Löschgruppen sein. Die Einsatzkräfte wollen ihre Arbeit nicht nur zeigen, sondern Interessierte auch selbst mitmachen lassen. „Feuerwehr zum Anfassen“, haben sie sich auf die Fahnen geschrieben. Bei diesen Veranstaltungen soll es mehrere Stationen geben, an denen Besucher beispielsweise lernen, wo in der Wohnung der Feuerlöscher am besten platziert ist, wie man Verletzte wiederbelebt oder mit hydraulischen Geräten umgeht. Auch selbst einmal in die Schutzkleidung der Feuerwehrleute zu schlüpfen wird dann möglich sein.

„Die Leute sollen viel mitmachen können und spüren, dass sie ein Teil der Sache sein können“, erklärt Mark Heimlich. Wer körperlich geeignet sei, fände nach seinem Interesse einen Platz in der Wehr. „Wir sind so vielfältig, dass jeder – vom Arbeitslosen bis zum Doktor – in der Feuerwehr seine Daseinsberechtigung findet. Das ist meine tiefe Überzeugung.“

Er und sein Kollege Janssen hatten selbst nie das Ziel, bei der Feuerwehr zu landen. Janssen hat Mechatronik studiert, einige Jahre am Forschungszentrum gearbeitet und dann den Quereinstieg gemacht. „Ich dachte, das wäre nichts für mich. Dann habe ich mit vielen Leuten gesprochen und festgestellt, dass es wirklich was für mich ist“, erzählt er. Heimlich hat über seine Frau, die aktives Mitglied war, zur Feuerwehr gefunden.

So wie andere ihnen vor Jahren den Impuls gaben, die Feuerwehr als Option ins Auge zu fassen, wollen es Janssen, Heimlich und ihre Kameraden nun auch bei anderen tun. Sie wollen über Plakatwerbung, Aufsteller und Anzeigen für Aufmerksamkeit sorgen, auf Veranstaltungen aktiv den Kontakt suchen und Interessierte überzeugen, bei einer der nächsten Übungen vorbeizuschauen.

Im Marketing heiße es, dass 18 Kontakte nötig seien, bis sich jemand in der Wehr anmeldet, berichten die beiden. Solche Kontakte sollen auf ganz unterschiedlichen Wegen entstehen: Die Wehr stellt sich in den sozialen Medien ganz neu auf, macht in Absprache mit der Feuerwehr Nörvenich ebenfalls einen „Walk of Flame“ mit auffälligen Stickern auf dem Fußboden von Verbrauchermärkten, gestaltet öffentlichkeitswirksam leere Schaufenster und ruft zu einem Fotowettbewerb auf. Geplant ist außerdem ein Kino-Tag für Kinder.

Falls auch die Jugendwehr mehr Mitglieder gewinnt, sei das ein positiver Nebeneffekt, im Fokus stünden aber die Erwachsenen, sagen Janssen und Heimlich. Sie haben sich vorgenommen mit der Kampagne zu erreichen, dass sich im kommenden November 30 Leute zum Truppmann 1-Lehrgang anmelden. Bei diesem Grundlehrgang seien in diesem Jahr mit 15 Teilnehmern schon viele gewesen. In den Vorjahren sei es häufig vorgekommen, dass sich unter sieben Interessierte meldeten und der Kurs nicht stattfinden konnte. Die Zeiten sollen nun Geschichte sein. Heimlich: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Kampagne ein Erfolg wird. Wir stecken da viel Energie und Kraft rein.“