Düren: Feuer in Wohnung der Ex-Freundin gelegt: Dürener gesteht

Düren: Feuer in Wohnung der Ex-Freundin gelegt: Dürener gesteht

Der 36 Jahre alte Mann aus Düren redete nicht um den heißen Brei herum. Im Rückblick sei das alles für ihn schockierend. Und: Er habe das alles nicht gewollt. Mit der Umschreibung „das alles“ meint er seine Tat am 22. Januar 2017 im Dürener Stadtteil Birkesdorf. Immerhin hat er sich deswegen vor dem Schöffengericht zu verantworten — angeklagt wegen schwerer Brandstiftung.

Der Angeklagte war gleich zu Beginn des Prozesses geständig. An jenem Abend habe er beobachtet, dass seine Ex-Lebensgefährtin zusammen mit einem anderen Mann einige Sachen aus der ehemals gemeinsamen Wohnung geholt habe. Er sei deshalb frustriert gewesen und dann selbst in die Wohnung gegangen, in der nur noch ein paar unbrauchbare Möbel standen.

In seiner Gemütslage habe er sogar an Suizid gedacht und einige Papierblätter angezündet beziehungsweise daran herumgekokelt. Einige brennende Papierstücke habe er auf ein altes Sofa gelegt. Gegen 19.25 Uhr schickte er, so war später ermittelt worden, seiner Ex-Freundin eine Kurznachricht aufs Mobiltelefon, um auf das Feuer aufmerksam zu machen. Um 23.15 Uhr wurde die Feuerwehr wegen des Wohnungsbrandes alarmiert.

Ansonsten hatte der Angeklagte einige Erinnerungslücken, was unter anderem auf den Konsum von sieben oder acht Flaschen Bier sowie einem Gramm Amphetamin zurückzuführen war. Seinen damaligen und jetzigen Zustand begutachtete eine Psychiaterin, die zu dem Schluss kam, dass er damals „erheblich vermindert schuldfähig“ war. Allerdings ließ sie in ihr Gutachten einfließen, dass der 36-Jährige unter Betreuung steht, seinen Alkohol- und Drogenkonsum deutlich reduziert habe und allgemein „auf einem guten Weg“ sei.

Bei einem gesetzlichen Strafrahmen einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren, in minder schweren Fällen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, fiel diese Beurteilung ins Gewicht. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Es folgte damit dem Antrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft, während der Verteidiger auf eine einjährige Bewährungsstrafe plädiert hatte.

Zu den Bewährungsauflagen gehören Kontakte zur Drogenberatung sowie zu einem Bewährungshelfer. Außerdem erwartet das Gericht von dem 36-Jährigen eine stationäre Therapie, um dauerhaft abstinent zu leben.

(hp)