Düren: „Fette-Reifen-Rennen“: 43 Jahre nach Didi Thuraus Sieg gewinnt der Sohn

Düren: „Fette-Reifen-Rennen“: 43 Jahre nach Didi Thuraus Sieg gewinnt der Sohn

Heftige Anstiege, rasante Abfahrten, Positionskämpfe, taktische Raffinessen: Das Radrennen „Rund um Düren“ mit Start und Ziel in Kreuzau, bot alles, was Radsportfreunde sich wünschen. Und auf einer Siegerliste fand sich ein Namen wieder, der einst im Profi- Radsport für Furore und auch beim heimischen Radklassiker Erinnerungen wach rief: Thurau.

War es 1972 der spätere Radsportstar Dietrich (Didi) Thurau der als Sieger der Jugend A (heute Junioren) im Schneetreiben die Ziellinie in Düren überfuhr, trat diesmal Sohn Sven vom VfR Büttgen in Kreuzau in seine Fußstapfen und gewann das Rennen in der C-Klasse über 82,7 Kilometer in der erstklassigen Zeit von 1:26,49 Stunden im Spurt vor Steffen Reiche (RSC 77 Schwerte).

Zwölf Fahrer waren im Ort nach einer Linkskurve auf die Zielgerade eingebogen und lieferten sich ein mitreißendes Spurtrennen. Mit dabei auch zwei Fahrer vom RSV Düren, die mit dem Ausgang des Rennens aber nichts zu tun hatten. Zwei und vier Sekunden lagen Joshua Schotten (10.) und Volker Bolte (11.) hinter dem Sieger zurück. „Eine Klasse-Leistung“, zollte RSV -Teamleiter Sven Rehbein seinen Schützlingen Lob. Mit Frank Meeßen (14.) platzierte sich ein weiterer RSV—Fahrer mit an der Spitze der Verfolgergruppe mit etwas über einer Minute Rückstand. „Unser Team hat sehr gut gearbeitet“, analysierte Sven Rehbein, „und hat die Vorgaben bestens umgesetzt“.

Auch Stunden nach dem Rennen der Eliteklasse war er wie Mannschaftskapitän Matthias Bertling angetan von den Leistungen der RSV-Fahrer, die letztlich Thorsten Blatz Platz acht bescherte und Thorsten Piniek (21.), Yannik Distel (25.) sowie Matthias Bertling (27.) gute Mittelplätze in einem Rennen, dass anspruchsvoller war als in den letzten Jahren.

Vom Siegertrio Silvio Herklotz, Nils Politt und Heinrich Berger gab es vor der Siegerehrung viel Lob für Strecke und Zuschauer, als sie in einem lockeren Talk über ihre Eindrücke berichteten und von eine besonderen Atmosphäre sprachen. Anfeuernde Zuschauer überall an der Strecke, an der Kleinhauer Kreuzung trommelten die Sambamigos die Sportler nach vorne und im Ortszentrum begeisterte Zuschauer, die alle mit riesigem Beifall belohnten.

So auch die Starter beim „Fette Reifen“-Rennen, die einen Rundkurs absolvierten. Hochkonzentrierte Gesichter, voller Anspannung standen sie am Start. Und an der Seite ihre „Betreuer“ — die Mütter und Väter.

In voller Rennmontur warteten die Fünf- Zwölfjährigen auf den Startschuss. Sean, der Jüngste, bekam einen kleinen Vorsprung, den er sich selbst gönnte, der kleine Mikka erhielt noch Ratschläge von seiner Mutter und dann ging die Post ab.

Angefeuert von den Zuschauer kämpften sie, bis ihnen die Zunge aus dem Hals hing, vor allem immer dann, wenn sie am Eissalon vorbeifuhren. Immerhin fuhren die Jüngsten bis sechs Jahre zwei Runden je 1,1 Kilometer und die Älteren fünf. Gewinner waren sie letztlich aber alle und die Küsschen von Mama und Papa verdient.

Die Radsportgemeinschaft

Einen schönen Erfolg gab es für die Radsportgemeinschaft der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Kilian Riebeling belegte in der Klasse U15 den zwölften Platz auf dem 27,5 Kilometer langen Rundkurs. Insgesamt zog Sven Rehbein vom RSV Düren das Fazit, dass das Sportereignis „Rund um Düren“ ein erstklassiger Renntag war. Der Klassiker wäre auch in diesem Jahr wieder die Nahtstelle zwischen den Amateuren und Profis gewesen, der wie schon so oft das Sprungbrett für erfolgreiche Radfahrerkarrieren war.

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