Merode: Festspiele: Veranstalter und Organisator ziehen positive Bilanz

Merode: Festspiele: Veranstalter und Organisator ziehen positive Bilanz

Daumen hoch? Daumen runter? „Es war einfach toll”, zieht Käthe Rolfink, Vorsitzende der Kulturinitiative im Kreis Düren, schon vor Ende der Festspiele im Park von Schloss Merode eine positive Bilanz.

„Diesen Festival-Charakter haben wir in Nideggen nie erreichen können”, findet sie. Wenn am Sonntag das letzte Lied von Dieter Thomas Kuhn verklungen ist, werden mehr als 14\.000 Menschen die Festspiele besucht haben. „Die Resonanz ist durchweg positiv”, berichtet Käthe Rolfink.

„Sehr zufrieden” ist auch Organisator Günter Meyer. „Die äußerst schwierigen Umstände haben es nicht geschafft, uns aus der Bahn zu werfen”, blickt er auf den Umzug der Festspiele von Nideggen nach Merode zurück. „Wir haben schließlich in der Planung bei Null angefangen.” So gab es im Schlosspark anfänglich weder ausreichend Strom für die Bühnentechnik und die Gastronomie noch Leitungen für Frisch- und Abwasser. Auch ein Backstage-Dorf wurde aus dem Boden gestampft - und die Wiese vor der Bühne mit Schonplatten gepflastert.

„Von den Künstlern kam ausnahmslos positive Resonanz”, berichtet Meyer. Von den Festival-Besuchern habe ihn eine Beschwerde über den Zustand des vom Regen aufgeweichten Parkplatzes per E-Mail erreicht. „Die Bereitschaft der Prinzenfamilie, ihren Park zur Verfügung zu stellen, ist aller Ehren wert”, bedankt sich Meyer. Fast jeder Künstler habe zudem das Angebot angenommen, von den „Gastgebern” durchs Schloss geführt zu werden.

Sänger Philipp Poisel kam sogar zu der Ehre, dort eine Dusche nehmen zu können. Wie Käthe Rolfink von der Kulturinitiative bestätigte, bekommt die Familie für die Überlassung des Parks eine Aufwandsentschädigung. Die Kulturinitiative müsse zudem die Wiese wieder in den ursprünglichen Zustand bringen.

Dass manche Konzerte wie das von Stefanie Heinzmann nicht ausverkauft waren, ist für Günter Meyer kein Beinbruch. Diese Veranstaltungen waren für Burg Nideggen geplant, sagt er. Ein Abend mit 800 Zuschauern funktioniere dort sehr gut; aber er habe auch in Merode funktioniert. „Vor sieben Wochen hatten wir eine Notsituation. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht”, findet Meyer. „Die Resonanz zeigt, dass wir nicht am Bedarf vorbeigeplant haben”, ist auch Käthe Rolfink überzeugt.

Wie geht es weiter?

Wie es mit den Festspielen weitergeht - dazu möchte Landrat Wolfgang Spelthahn derzeit noch nichts sagen. Gesprächstermine mit Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer und der dortigen Bürgerschaft seien jedoch bereits verabredet, auch in Langerwehe sollen Lagegespräche geführt werden. „Beide Standorte haben ihre Stärken und Schwächen”, findet Spelthahn. So sei beispielsweise die Großzügigkeit des Areals in Merode „nicht zu toppen”. Die Burg hingegen eigne sich hervorragend auch für kleinere, bestuhlte Veranstaltungen. Während in Nideggen die Infrastruktur vorhanden sei, müsste daran in Merode noch gearbeitet werden - insbesondere mit Blick auf die Toiletten-Situation.

„Ziel muss es sein, gemeinsam die Stärken auszubauen”, sagt Spelthahn. Es sei durchaus denkbar, beide Standorte in einem Konzept zu berücksichtigen. Für konkrete Aussagen sei es jedoch zu früh. „Bis Weihnachten muss das Konzept aber stehen, damit die Planungen beginnen können.”

Mehr von Aachener Zeitung