Festival "Tanzende Stadt": Tanz in der Innenstadt in Düren

Sechs Ensembles, sechs Orte : Die Stadt tanzt aus der Reihe

Wenn Düren plötzlich zur Bühne wird

Der Kaiserplatz ist gerade eigentlich eine Baustelle. Am Donnerstagabend entstand zwischen rot-weißen Absperrungen und auf frisch geteertem Asphalt stattdessen eine Bühne. Denn vor den Stufen des Rathauses wurde das Festival „Tanzende Stadt“ eröffnet.

Insgesamt traten sechs Ensembles an sechs verschiedenen Orten in der Innenstadt auf. So ging der Festivaltross vom Kaiserplatz über den Marktplatz und die Fußgängerzone bis zum Annaplatz.

Düren war zum vierten Mal Teil des euregioweiten Festivals, das seit 2005 von der deutsch-belgischen „Compagnie Irene K.“ organisiert wird. Der Auftritt in Düren war in diesem Jahr der dritte, den Abschluss findet „Tanzende Stadt“ am Sonntag in Eupen. Das Besondere in Düren, wie Dieter Powitz, Leiter von Düren Kultur, erklärte, sei, dass man mit dem Ensemble „tanzwärtz“ auch einen eigenen Beitrag einbringen.

Zur Eröffnung am Kaiserplatz tanzte zunächst aber das Duo „Les Vikings“. Von der Rathaustreppe bot sich ein ungewöhnlicher Blick: Auf dem völlig leeren Platz zeigten die beiden Künstler zeitgenössischen Tanz.

Immer dem roten Regenschirm von Dieter Powitz hinterher, bewegte sich der Tross der Schaulustigen dann weiter in Richtung Marktplatz. Beim Auftritt von „tanzwärtz“ bleiben dann auch viele Passanten stehen.

Auch Dürener traten mit dem Ensemble „tanzwärtz“ auf. Foto: ZVA/Kim Statzner

Eine Überraschung gab es auf dem Weg in die Fußgängerzone, wo mehrere Tänzer zu Livemusik mitten im Getümmel improvisierten. Ein Stück weiter auf der Kölnstraße wurde dann sogar auf den dort installierten Tischen getanzt. Die vierköpfige Gruppe „Frontier Danceland” aus Singapur und die „Compagnie Irene K.“ traten dort auf und präsentierten hochklassige Qualität. Dabei spielten die Tänzer mit dem Publikum und der Umgebung, sprangen zum Beispiel aus dem durch herumliegende Schuhe gekennzeichneten Tanzbereiche heraus und nutzten Tische und Bänke. Beim Aufbruch von der Kölnstraße zurück zum Marktplatz war der Zuschauertross bereits deutlich gewachsen.

Dort präsentierte Rima Pipoyan aus Armenien ihre Performance „Self-Portrait”, zu Deutsch Selbstportrait. Zum Abschluss ging es auf den Annaplatz, wo erneut die Tänzer der „Compagnie Irene K.“ auftraten. Beim Festival „Tanzende Stadt“ konnte Kultur einmal anders erlebt werden und das wirkte in Düren bei dem ein oder anderen ansteckend. Vor allem die Kleinsten tanzten mit. Es ist dieses besondere Flair, dass man auf einer klassischen Bühne nicht erleben kann.

Internationale Gäste wie „Frontier Danceland” aus Singapur waren in Düren zu Gast. Foto: ZVA/Kim Statzner
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