Düren: Feierliche Eröffnung der Annaoktav auf der Annakirmes

Düren : Feierliche Eröffnung der Annaoktav auf der Annakirmes

Dass Annaoktav und Annakirmes eng zusammengehören, hat sich in diesen Tagen schon mehrfach gezeigt. Am Sonntag feierte Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes mit den Gläubigen einen Gottesdienst im Festzelt auf dem Kirmesplatz und bereits am vergangenen Donnerstag haben die Schausteller sich zur Andacht bei der Heiligen Mutter Anna getroffen.

Am Samstag wurde die Annaoktav feierlich eröffnet, und auch diesmal waren die Schausteller wieder mittendrin: Hermann Reins präsentierte die Standarte des Dürener Schaustellerverbandes direkt am Altar. Das Gotteshaus mitten in der Dürener Innenstadt war gut besucht, als Pfarrer Hans-Otto von Danwitz die traditionelle Pilgerwoche eröffnete. „Zur Mitte kommen“ heißt das Thema der Oktav — auch in Anlehnung an das Jahresmotto der Pfarre St. Lukas „Er stellte ein Kind in die Mitte“.

Wie können wir Kinder und Jugendliche so begleiten, dass sie ihre innere Mitte bewahren oder immer neu finden? Was ist der Kern kirchlichen Lebens? Was macht den Kern unseres Lebens aus? — Fragen, die von Danwitz den Gläubigen mit auf den Weg gab. Fragen, die aber gleichermaßen auch in der Annaoktav eine Antwort finden sollen. „Mutter Anna“, sagte der Geistliche, „kann uns ein gutes Vorbild sein. Sie hat sich immer ihre innere Mitte bewahrt, weil sie niemals die Hoffnung aufgegeben hat.“

Labyrinth aus Chartres

Am Altar in der Annakirche hing ein Bild des berühmten Labyrinthes von Chartres, das sich in der Kathedrale des gleichnamigen Ortes in Frankreich befindet. „Dieses Labyrinth“, sagte von Danwitz, „kann ein Zeichen für den Weg sein, den wir suchen.“ Es sei immer noch bewundernswert, wenn ein Kind geboren werde. „Und es ist Aufgabe von Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Lehrern, es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich bei jedem Kind das Gute entwickeln kann — trotz all der negativen Einflüsse, denen junge Menschen immer wieder ausgesetzt sind.“

Jesus, betonte von Danwitz weiter, habe immer wieder deutlich gemacht, dass es nicht darauf ankomme, wer der Größte und Beste ist. Er habe vielmehr die Kleinen immer in den Mittelpunkt gestellt. „Gott macht sich selbst klein, um so die Welt und ihre Maßstäbe umzukehren. Nur wer sich selbst nicht so wichtig nimmt, kann den Blick auf die Menschen am Rande richten. Auf die, die keine Chance haben, die wir außen vor lassen und die wir abschieben.“

Dem Guten trauen

Es sei wichtig, sagte der Pfarrer von St. Anna, dem Guten zu trauen. „Trotz allem Schlechten, das es in unserer Welt gibt.“

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst in der Annakirche vom Kirchenchor St. Anna und St. Marien — für Chorleiter und Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz war das in diesem Jahr vor allem auch eine logistische Herausforderung. In der Annakirche, die eine neue Elektrik bekommt, steht ein riesengroßes Gerüst — auch vor der Orgel — so dass für die vielen Sänger erst einmal Platz geschaffen werden musste.

Der Stimmung bei der Oktav-Eröffnung hat das keinen Abbruch getan. „Es ist immer ein besonderer Moment, wenn der Annaschrein mit sieben Schlüsseln geöffnet wird“, sagte Tanja Zimmermann, die mit ihrem Sohn Luca in die Kirche gekommen war. „Es ist irgendwie feierlich. Und man hat das Gefühl, an einem wirklich außergewöhnlichen Ort zu sein.“

Am heutigen Montag findet im Rahmen der Annaoktav ein besonderer Gottesdienst für Großeltern und Enkelkinder (15 Uhr) statt. Am Abend (19 Uhr) wir eine Heilige Messe besonders für die Kirchenchöre der Region gefeiert. Am Dienstag, 31. Juli, treffen sich die Mitarbeiter und Klienten des Vereins „In Via“ um 16 Uhr in der Annakirche.

Teil der Kollekte für „In Via“

„In Via“ ist das Sozialprojekt, das in diesem Jahr einen Teil der Kollekte der Annaoktav bekommt.

Während der gesamten Pilgerwoche kann das Annahaupt nach allen Gottesdiensten und zu jeder vollen Stunde verehrt werden. Täglich um 11 Uhr besteht zudem die Möglichkeit zur Beichte. Nach der heiligen Messe sind alle Gläubigen zum Pilgerfrühstück ins Papst-Johannes-Haus eingeladen. Nach dem Zehn-Uhr-Gottesdienst am Donnerstag, bei dem die Krankensalbung gespendet wird, gibt es für die Pilger eine warme Suppe.

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