Heimbach: „Farben, Formen, Fantasie“: Gruppenausstellung im Haus des Gastes

Heimbach: „Farben, Formen, Fantasie“: Gruppenausstellung im Haus des Gastes

Unter dem Titel „Farben, Formen, Fantasie“ sind im Haus des Gastes bis zum 6. Oktober diesmal Werke von fünf verschiedenen Künstlern zu sehen. „Eine Gruppenausstellung, die durch zahlreiche Keramikarbeiten aufgelockert wird“, stellte Edith Cremer als stellvertretende Bürgermeisterin in ihrer Eröffnungsrede fest.

Trotz der unterschiedlichen Exponate, eins eint die Aussteller: Es sind alles Autodidakten, die mit fortschreitendem Alter begonnen haben, sich ganz bewusst selbst zu verwirklichen.

Jetzt erst habe man die Ruhe - und vor allem die Zeit! — all die kreativen Ideen, die im Kopf herumspuken, aufs Material zu bringen, meinte Elvi Soretire-Steinmann, die bereits mehrfach in Heimbach ausstellte.

Zahlreiche Museumsbesuche in ganz Europa inspirierten Gerlinde Bawendi, selber zum Pinsel zu greifen. Auf großflächigen Leinwänden zeigt sie nun teils naturalistische, dann wieder verfremdete Motive: Landschaften, Gesichter, Blüten und Gräser. Bei der Umsetzung ihrer Ideen entfaltet die Hellenthalerin viel Experimentierfreudigkeit — mal finden sich blattvergoldete Partien auf ihren Werken, dann wieder Spuren von Sand, Scherben oder sogar Kaffeesatz.

Eher traditionell setzt Margret Gillessen die Technik des Aquarellierens ein. Aus sanften Blautönen entstehen klassische Strand-, Meer- oder Möwen-Impressionen. Mit harmonischen Farbverläufen bringt sie zudem Stillleben von Blumen und Früchten aufs Papier.

Künstlerisches Doppelpack

Als künstlerisches Doppelpack stellte sich das Ehepaar Martens vor. Während Klara Martens sich seit 15 Jahren mit Keramikarbeiten beschäftigt und ihre dekorativen, zum Teil frostfesten Figuren selber brennt, präsentierte ihr Ehemann gemalte, visionäre Landschaften, die in Form und Farbe verschwimmen. Andere Werke wirken realistisch wie eine Fotografie auf die Betrachter.

Aus zahllosen, einzelnen Farbtupfern setzt Elvi Soretire-Steinmann ihre bunten Bilder zusammen. Bei einem Australienbesuch entdeckte sie diese Mal-Technik der dortigen Ureinwohner und kombiniert seitdem die Kunst der Aborigines mit ihren eigenen Aussagen. „Mixed Media“ nennt sie eine ihrer Bild-Reihen. Groß wie eine Langspielplatte prangt hier als zentraler Mittelpunkt eine silberne DVD.

Schillernder Blickfang

„Liebesgrüße aus Moskau“ steht auf dem Relikt aus einer längst vergangenen Medien-Ära. Und in der silbernen Scheibe mit dem Aufdruck „Feuerball“ spiegeln sich die hingetupften Flammen ebenso wie die Vernissage-Gäste.

„Als Fan der James Bond Filme hat sich mein Mann damals die DVDs gekauft. Nun gibt es ganz andere Abspielmöglichkeiten“, erklärt Soretire-Steinmann die schillernden Blickfänger, die mittlerweile zu einem Kunstwerk verfremdet wurden.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Oktober täglich von10 bis 12 und von 14 bis 17 geöffnet. Der Eintritt ins Haus des Gastes, Über Rur, ist frei.

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