Düren/Kreuzau: Fälschung von EC-Karten: Prozess beginnt neu

Düren/Kreuzau: Fälschung von EC-Karten: Prozess beginnt neu

Keinen Millimeter weitergekommen ist das Dürener Schöffengericht in einem Verfahren wegen bandenmäßiger Fälschung von Zahlungskarten (EC-Karten) und Betrug, dessen Hauptverhandlung Anfang Juli begann. Auf der Anklagebank sitzen drei Männer im Alter von 24, 29 und 48 Jahren sowie eine 25-jährige Frau.

Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft vor, in 31 Fällen - davon 20 in Kreuzau - daran beteiligt gewesen zu sein, im Jahr 2007 mit Aufsatzgeräten persönliche Kontodaten von Kunden ausgespäht zu haben.

Mit diesen Daten wurden dann so genannte Karten-Doubletten präpariert, um vornehmlich im europäischen Ausland Geld von den Konten der ahnungslosen Kunden abzuheben. Insgesamt entstand so ein Schaden in Höhe von 42196,65 Euro.

Das Verfahren war in Gang gekommen, nachdem in einem Pkw bei einer Polizeikontrolle im Eifelort Mayen Aufsatzgeräte zum Ausspionieren der Kontodaten gefunden worden waren. Im Zuge weiterer Ermittlungen fand die Polizei dann auch Karten-Doubletten sowie ein Ringbuch, in dem zahlreiche PIN-Nummern notiert waren.

Da die Indizien das Gericht am ersten Verhandlungstag nicht weiter brachten und die Angeklagten von ihrem Schweigerecht gebrauch machten, sollten jetzt am zweiten Verhandlungstag Zeugenaussagen mehr Licht in die Angelegenheit bringen.

So weit kam es aber erst gar nicht, denn der 48-jährige Angeklagte hat nach einer Herzerkrankung eine Rehabilitations-Maßnahme angetreten und war erst gar nicht mehr erschienen. Der Anregung des Gerichts unter Vorsitz von Hans-Georg Wingen, das Verfahren gegen diesen Angeklagten von dem laufenden Prozess abzutrennen, konnte Oberstaatsanwalt Axel Geimer nichts abgewinnen, da dies „nicht sachgerecht” sei.

Das Gericht schloss sich dieser Auffassung an. Das Verfahren wird somit voraussichtlich im Herbst ganz von vorne neu aufgerollt.