Strukturwandel: Fachtagung in Düren zur Ressourcen- und Rohstoffwende

Strukturwandel : Fachtagung in Düren zur Ressourcen- und Rohstoffwende

Das Rheinische Revier soll im Rahmen des Strukturwandels zum Modellraum für eine Ressourcen- und Rohstoffwende werden. Wie das gelingen kann, diskutierten am Freitag 150 Vertreter aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Industrie und Gesellschaft bei der Fachtagung des Revierknotens „Agrobusiness und Ressource“.

Dazu hatte die Indeland GmbH mit Geschäftsführer Jens Bröker, der auch Vorsitzender des Revierknotens ist, eingeladen.

Im Revier gibt es sieben solcher Knoten, die Themenfelder des Wirtschafts- und Strukturprogramms darstellen. Dieses Programm wird derzeit von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, regionalen Akteuren und dem NRW-Wirtschaftsministerium entwickelt und soll am 13. Dezember vorgestellt werden. Dafür finden in der Region nun Fachtagungen zu allen Knoten statt – um Ressourcen auf Biobasis und eine effiziente Verwertung von Rohstoffen ging es am Freitag in Düren.

Wie groß das Interesse an diesem Thema und die Motivation sind, den Prozess aktiv mitzugestalten, machte ein Stapel Papier schon vor Beginn der Fachtagung deutlich: Die Teilnehmer waren gefragt, bereits im Vorhinein maximal zweiseitige Impulspapiere einzureichen. Knapp 70 solcher Impulse kamen zusammen. Darunter waren auch einige konkrete Projektideen, die zunächst in einem sogenannten Projektspeicher gesammelt werden und erst später in den Fokus rücken.

Die Tagung am Freitag stand nämlich insgesamt eher unter der Zielmarke, gemeinsam Themenpfade zu identifizieren, aus denen zukünftig vielleicht Förderkorridore werden könnten. In zwei Workshops ging es darum, Handlungsfelder zu identifizieren sowie Visionen und Ziele zu diskutieren. Geleitet wurde der Themenbereich Agrobusiness von Professor Dr. Ulrich Schurr vom Forschungszentrum Jülich und der Bereich Ressource von Klaus Dosch von der Faktor X-Agentur.

„In den Bereichen Agrobusiness und Bioökonomie haben wir auf Forschungsseite schon viel gemacht, jetzt geht es darum, das in die Praxis einzubringen“, erklärte Ulrich Schurr und fügte an, dass mit Förderungen dahin gewirkt werden müsste, dass sich die Maßnahmen später selbst tragen. „Am Schluss muss es wirtschaftlich funktionieren“, betonte er. „Nur dann schaffen wir es, Modellregion zu sein und die Ideen auch woanders hinzutragen.“

In die gleiche Kerbe schlug Jens Bröker: „Wir dürfen groß denken. Was hier passiert ist Teil einer Wende, einer neuen Art des Wirtschaftens.“ Daher lauteten drei Kernpunkte für die gestrige Tagung: „Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Klimaschutz.“

Nach diesem ersten Aufschlag werden Mitte November Teilkonzepte erstellt, bevor das Wirtschafts- und Strukturprogramm bei einer Revierkonferenz vorgestellt wird. In der ersten Hälfte des neuen Jahres soll dann die Zivilgesellschaft mitreden können und auch Kommunen und Verbände werden konsultiert.