Existenz der Nideggener Grafen-Gruft immer wahrscheinlicher

„Anomalie“ unter der Kirche : Existenz der Nideggener Grafen-Gruft immer wahrscheinlicher

Wenn sich unter der Nideggener Pfarrkirche St. Johannes Baptist eine Gruft befände, wäre das keine Überraschung. Denn das Gotteshaus ist im Jahr 1177 einmal als Grabeskirche der Grafen von Jülich angelegt worden. Dennoch ist das weitgehend in Vergessenheit geraten, und einen Zugang zu einer solchen Stätte gibt es seit Jahrhunderten nicht.

Aber da ist etwas im Boden, wie die archäologische Untersuchung durch die Uni Köln Ende Juni ergeben hat. „Das sieht vielversprechend aus hinter dem Altar. Wir haben eine Anomalie gefunden, die wirkt wie ein rechteckiger Raum“, sagte Archäologin Manuela Broisch-Höhner auf Nachfrage.

Die Daten der Radarmessungen sprechen sogar für zwei Bereiche im Untergrund. Es könnte sich um zwei Räume handeln – oder einen Raum mit danebenliegender Treppe, erklärt die Fachfrau. Allerdings liefern die Messungen auch Hinweise darauf, dass mögliche Räume unter dem Gotteshaus zugeschüttet worden sind und somit nicht ohne Aufwand näher untersucht werden können.

Die Archäologen waren vom Heimat- und Geschichtsverein Nideggen um Hilfe bei der Untergrund-Untersuchung gebeten worden. Die Ergebnisse werden nun an den Verein übermittelt, der wiederum Pfarrer Hans Doncks informiert, sagte Pressewart Heinz Bücker. Ob die „Anomalie“ weiter erforscht wird, klärt sich dann. „Ich denke, wir werden mehr wissen wollen“, sagte Bücker.

Mehr von Aachener Zeitung