Düren: Evivo hat gegen VfB-Aufschläge keine Chance

Düren: Evivo hat gegen VfB-Aufschläge keine Chance

„Dass der VfB druckvoll aufschlagen kann, das wissen wir ja schon seit Jahren. Aber gegen uns haben am Mittwoch Friedrichshafen und vor allem Valentin Bratoev und Baptiste Geiler auf einem konstant sehr hohen Niveau getroffen, dass wir chancenlos waren.“ Georg Klein, Mittelblocker des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren, stellte die Dominanz des neuen Spitzenreiters der höchsten deutschen Spielklasse emotionslos und neidlos fest.

Michael Mücke, sein Trainer, unterstrich die Überlegenheit des VfB mit nackten Zahlen: 73 Mal hämmerten die Friedrichshafener das Spielgerät per Aufschlag über das Netz. Nur in elf Fällen unterliefen ihnen Fehler. „Bei dem Risiko, das der VfB bei seinen Aufschlägen eingeht, ist diese Fehlerquote schon außerordentlich gering.“ Düren verschlug nur neun Angaben, kam aber auch nur zu 54 Aufschlägen — und die hatten lange nicht die Qualität des Teams vom Bodensee.

„Da musst du erst mal gegenhalten“, sagte Mücke. Da hilft auch nicht das Training mit der Ballmaschine. Natürlich kann sie entsprechend eingestellt werden, aber es sind halt Aufschläge einer Maschine und nicht die eines Spielers.

Angesichts der brutalen Aufschläge des VfB kam Gastgeber Evivo nicht dazu, ein schnelles Angriffsspiel aufzuziehen. Langsamere Zuspiele auf die Außen waren deshalb die Regel, schnelles Spiel aus dem Hinterfeld oder über die Mittelblocker eher die Ausnahme: „Dann steht der Block des Gegners halt wie ein Wand“, erklärte Mücke und konstatierte: „Die Häfler haben dann einfach unsere Bälle gepflückt.“ Zwölf Blockpunkte verbuchte der VfB, Evivo nur zwei.

Obwohl Evivo Düren vor 2260 Zuschauern eine deutliche 0:3-Niederlage einstecken musste, nahmen Trainer und Spieler die Packung gelassen hin. „Wir haben alles versucht, aber es hat halt gegen dieses Team mit vielen Spielern, die bei der Europameisterschaft aktiv waren, nicht gereicht“, sagte Mannschaftskapitän Jaromir Zachrich. Er wie auch Georg Klein verwiesen lieber auf die positiven Aspekte.

Einerseits habe der VfB Evivo gezeigt, woran in der Tat noch gearbeitet werden muss, andererseits: „Wir haben doch Moral gezeigt“, konstatierten die beiden Mittelblocker. Immer wieder habe Düren sich von hohen Rückstanden nicht irritieren lassen, sondern immer wieder den Abstand verkleinert.

„Und nach dem zweiten Satz sind wir mit der Einstellung aus der Pause gekommen, dass der nächste Satz bei Null anfängt“, gab Klein die Stimmungslage wieder. In der Anfangsphase hielt Düren dann auch mit, ehe der VfB wieder mit seinen Aufschlägen die Hausherren wieder unter Druck setzte. Und noch einen positiven Aspekt sahen Klein und Zachrich: Wenn die VfB-Aufschläge entschärft werden konnten, habe der Gastgeber doch in etwa mithalten können.

Am kommenden Mittwoch steht nun das Pokalviertelfinale beim VfB an. Ohne Druck kann Evivo am Bodensee aufspielen, zu verlieren haben Mückes Mannen nichts. „Mal schauen, wie wir sie ärgern können. Wir haben ja genug Anschauungsmaterial bekommen, aus dem wir lernen können“, sagte Georg Klein und schmunzelte dabei. Dabei ist ihm wie auch Michael Mücke und Jaromir Zachrich klar, dass die „Häfler“ die Dürener nun keinesfalls unterschätzen werden.

Zuvor steht aber noch ein Meisterschaftsspiel an: Samstag gastiert Evivo beim TV Ingersoll Bühl. Und dessen Spieler können auch brutal aufschlagen.

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