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Düren: Evivo Düren sagt: „Danke, TSV Hartberg!”

Düren : Evivo Düren sagt: „Danke, TSV Hartberg!”

Der Trainer musste raus aus seinem Hotelzimmer. Ihn zog es zur Endart. Dort dröhnte Punk in seine Ohren: „Die richtige Musik, um mal Volleyball aus dem Kopf zu bekommen.”

Bernd Werscheck, der Trainer des Bundesligisten Evivo Düren, war Samstagabend bedient. Restlos.

Die 1:3-Niederlage gegen Rivijera Budva schien das Aus im CEV-Pokalturnier zu bedeuten. Mit den Siegen über brcko Brcko (3:1 am Freitag) und eben über den Gastgeber hatten die ehemaligen Jugoslawen die Tabellenspitze übernommen.

Eine glänzende Ausgangsposition für das Team aus Serbien-Montenegro: Ein Sieg im letzten Turnierspiel über den TSV Hartberg aus Österreich - Budva wäre weiter, Düren, der Favorit, der Hausherr, draußen.

Katja Ebsteins „Wunder gibt es immer wieder” hatte Hallensprecher Michael Wippermann Samstag durch die Lautsprecher der Arena klingen lassen. Doch an Wunder glaubte im Dürener Lager keiner.

Aber auch im Volleyball gibt es sie noch. Und es kam in Gestalt der Volleyballer aus Hartberg daher. Die Österreicher wollten nach den beiden Verlustpartien gegen Düren und Brcko keinesfalls mit der dritten Turnierniederlage in die Alpenrepublik zurückkehren.

„Wir waren bis in die Haarenspitzen motiviert, hatten durch die ersten beiden Spiele bei unserem ersten Turnier gelernt, haben gemerkt, wie die Dürener Fans hinter uns standen, wollten unseren deutschen Freunden helfen. Und dann ist Budva zusammengebrochen”, fasste Hertberg überragender Spieler Markus Gaugle das 3:0 über Rivijera zusammen.

Evivo bekam also gegen Brcko unverhofft noch einmal seine Chance. Die Spieler nutzten sie. Bernd Werscheck hatte schon vor Hartbergs Sieg seine Mannen an der Ehre gepackt, sie daran erinnert, welche Zeit Goswin Caro für die Organisation des Turniers in seiner Freizeit geopfert hatte („Der hat sich für uns aufgerieben!”), hatte sich nach Hartbergs Erfolg über Budva den bis dato unter Form spielenden Heriberto Quero noch zur Seite genommen: „Heriberto, das Spiel gegen Brcko ist das Wichtigste in der Vereinsgeschichte.”

Und endlich bot der Venezolaner auf der Diagonalposition die Leistung, die die Verantwortlichen von ihm erwarten und die Sven Dick an allen drei Tagen vor insgesamt rund 1600 Zuschauern gezeigt hatte. Deshalb kürte ihn der Evivo-Coach nach dem entscheidenden 3:0 über die Bosnier zum „Spieler des Turniers”.