Langerwehe: Euregiobahn: Baustelle sorgt für viel Unmut

Langerwehe: Euregiobahn: Baustelle sorgt für viel Unmut

Am 10. Juni soll es so weit sein: Lückenschluss bei der Euregiobahn zwischen Weisweiler und Langerwehe - eigentlich ein Grund zur Freude. Die Anwohner der Viertels rund um die Ulhausstraße in Langerwehe, dort, wo auf dem früheren Terrain einer Baufirma Bagger im Erdreich wühlen und schwere LKW den ausgehobenen Boden abtransportieren - da sieht die Lage zumindest derzeit etwas anders aus.

Die Bürger sind ausgesprochen sauer und können sich zumindest im Moment nicht auf den neuen Zug freuen. Staub, Dreck, Lärm und andere unerfreuliche Begleiterscheinungen sorgen dafür, dass hier von erwartungsfroher Stimmung nichts zu merken ist.

Inge Döscher macht, wie viele andere Anwohner auch, aus ihrem Protest keinen Hehl. Sie moniert „eine extreme Lärmbelastung seit 2007” und kritisiert, dass es auch für die Zeit nach dem Abschluss der Bauarbeiten ihrer Meinung nach unzureichende Lärmschutz-Maßnahmen gebe.

Für Nachbar Jürgen Schiemann häufen sich die Nachteile. Risse unter anderem in der Decke und den Türzargen des alten Häuschens, das er zusammen mit Frau und Tochter bewohnt: Er hat sogar schon die Polizei gerufen, um diese Schäden gerichtsfest dokumentieren zu lassen.

Seine Gattin stimmt in den Protest mit ein: „Fenster waschen brauche ich jetzt nicht mehr - hat ja eh keinen Zweck.” Doch die Schiemanns treibt nicht nur das auf die Palme: „Staub und Regen ergeben mitunter eine ekelhafte Schmiere, auf der man leicht ausrutscht”, beklagt der Herr des Hauses.

Damit ist das Maß aber für die Leute von der Ulhausstraße noch nicht voll. „Je nachdem, wann die mit der Arbeit anfangen, stehen wir um 6, 7 Uhr senkrecht im Bett”, beklagt Helga Bauer. Sogar am Wochenende herrsche auf der Baustelle mitunter Action.

Einer ihrer Nachbarn, fügt sie hinzu, habe nur für zehn Minuten die Fenster geöffnet, um sein Wohnzimmer zu lüften. „Das war dann aber völlig zugestaubt”, erinnert sich Helga Bauer.

Das sieht auch Anwohnerin Edith Semrau so - und fügt hinzu: „Der Bürgersteig ist auch fast immer völlig verdreckt.” Das Klagelied der Anwohner von Langerwehes im Augenblick wohl größter Baustelle kennt viele Strophen.

Martin Franzen vom Bauamt der Gemeinde sind die Probleme bewusst: „Wir haben mit verschiedenen Anliegern des öfteren gesprochen.” Im Hinblick auf den Lärm gibt Franzen zu erkennen: „Wir werden überprüfen, was das Planfeststellungsverfahren dazu vorsieht.”

Was Schmutz und Staub betrifft, verweist der Beamte auf Gespräche mit dem Bauherrn, der Euregio-Verkehrsschienennetz (EVS), und ausführenden Firmen: „Nach unserer Kenntnis fahren da laufend Kehrmaschinen.”

EVS-Geschäftsführer Christian Hartrampf kann gut verstehen, dass die Anwohner sich beschweren. Aber leider sei es so, dass Baustellen Lärm und Dreck mit sich bringen. Daran, so Hartrampf, lasse sich nun einmal nichts ändern.

Die Anwohner greifen in ihrem Protest derweil zu neuen Mitteln. Sie sammeln Unterschriften von denen, die die selbe Not leiden wie sie. Damit wollen sie dann EVS und Kommunalpolitiker konfrontieren, um so ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.