Niederzier: Es muss nicht immer Frankreich sein

Niederzier : Es muss nicht immer Frankreich sein

Der Deutsche gilt als sauberer und reinlicher Mensch. Und dennoch hat sich der 17-jährige Georgier Atanas Kabakchiev vor allem über eines zu Beginn seines Deutschlandaufenthalts gewundert: über den „Grünen Punkt”.

„Hier wird immer so sauber der Müll getrennt”, sagt er in einer Mischung aus Be- und Verwunderung. Genau zwölf Monate hat Atanas jetzt Zeit, seinen ersten Impressionen von Deutschland weitere Facetten hinzuzufügen.

Atanas ist Austauschschüler der Gesamtschule Niederzier/Merzenich, wo er im nächsten Jahr am Unterricht teilnehmen wird, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Um auch die Lebensweise des Gastlandes besser erleben und verstehen zu können, ist er bei einer Familie in Huchem-Stammeln untergebracht.

In Gastfamilien

Mit Atanas sind auch der 18-jährige Kristjan Uibo aus Estland und der 17-jährige To-im Supakiat aus Thailand als Austauschschüler der Gesamtschule in Deutschland angekommen. Auch sie sind in Gastfamilien untergebracht, beide in Jülich.

Für To-ims „Gastbruder” Fiete Schumacher ist es keine Frage, dass sich die drei schon sehr bald eingelebt haben werden: „Ich nehme ihn mit zu Freunden und Bekannten, das klappt auch schon sehr gut. Zudem will sich To-im bald in einem Fußballverein anmelden.” Auch Alice Angioni, Schülersprecherin der Gesamtschule und Atanas´ „Gastcousine”, macht sich keine Sorgen wegen der Integration: „Der Bann ist schon nach der ersten halben Stunde gebrochen. Zudem sind alle sehr eigenständig.”

Fast schon zu eigenständig, wie Kristjans „Gastbruder” Marcel Stockem erzählt: „Kristjan hat sich schon das erste Mal verlaufen und war dann zweieinhalb Stunden unterwegs.” Da muss auch Kristjan lachen. So schnell wird ihm das wohl nicht mehr passieren.

Lehrer Uli Flohr, der Austauschbeauftragte der Gesamtschule Niederzier/Merzenich, ist besonders über den interessanten Querschnitt der ausgewählten Nationen froh: „Es ist schön, auch mal Schüler aus anderen Gegenden als den üblichen Austauschländern wie Frankreich oder Amerika zu haben.” Mit der Hamburger Organisation „Youth for Understanding” übernimmt Flohr die Betreuung der Gastschüler.

Auch Schulleiter Hermann-Josef Gerhards ist froh über den multikulturellen Schülerzuwachs, wobei er auch den Schulträger lobt: „Das Busticket für alle drei wird vom Schulverband Niederzier/Merzenich komplett getragen.” Somit steht auch der Mobilität nichts mehr im Wege.