Niederau: Erster „Dürener Gipfel gegen Kinderarmut”

Niederau: Erster „Dürener Gipfel gegen Kinderarmut”

Ein Anfang ist gemacht: Rund 100 Vertreter von Politik und Verwaltung, Service-Clubs, Wohlfahrtsverbänden sowie anderen Vertretern der Sozialarbeit trafen sich am Donnerstag auf Schloss Burgau zum ersten „Dürener Gipfel gegen Kinderarmut”.

Thomas Floßdorf, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses im Rat der Kreisstadt, brachte seine Erfahrungen beim Gipfel auf den Punkt: „Es macht Mut, dass in Düren die Leute gegen Kinderarmut zusammenstehen.”

Jugendamtsleiter Manfred Lennartz machte in seinem Schlussresümee der von seiner Kollegin Ina Ruick und Mitstreiterinnen organisierten und moderierten Tagung die Stoßrichtung der künftigen Arbeit deutlich: „Jedes dritte Kind unter der Armutsgrenze - das ist eine Entwicklung, die wir aufhalten müssen.”

Worauf die Arbeit hinauslaufen könnte, machte Pfarrerin Vera Schellberg (evangelische Gemeinde), als Mitglied der sogenannten Steuerungsgruppe auch bei künftigen Beratungen mit von der Partie, deutlich: Kostenfreie und vielsprachige Angebote für junge Menschen sollen künftig zum Abbau gesellschaftlicher Barrieren beitragen.

Eine mögliches anderes Ziel rückte Ulrich Lennartz, der Geschäftsführer des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF), in den Mittelpunkt: Niedrigschwellige Netzwerke auf Nachbarschaftsebene sollen helfen, der Not vor Ort abzuhelfen. Sandra Rostock (Jugendamt des Landschaftsverbandes Rheinland) hatte ihre Zuhörer im Übrigen eingeschärft, bei aller Energie an eines zu denken: Die Kollegen sollten „ein bisschen Geduld haben”, denn: „Alles auf einmal geht nicht.”

Darüber hinaus brachte der Tag im Schloss am Rande des Dürener Stadtteils Niederau den Teilnehmern, darunter auch Dürens Bürgermeister Paul Larue, eine Fülle von mitunter frappierenden und in jedem Fall bereichernden Einsichten und Begegnungen gebracht. Dazu gehörte nicht zuletzt die Rede von Pfarrer Franz Meurer aus dem Kölner „Problemstadtteil” Vingst.

Schon der Titel sprach Bände: „Von wegen nix zu machen” hatte der Geistliche seinen Vortrag überschrieben. Eher unkonventionell ging es in den Workshops zu - unter anderem in der Arbeitsgruppe „Ball und Birne”, in der Birgit Treichel von der Dürener Kindertagesstätte Helene Helming und Kristin Manz (Sporthochschule Köln) den Zusammenhang zwischen Bewegung und kindlichem Wohlergehen erläuterten.