Merzenich/Köln: Ersatz für Tagebau: RWE baut Rad- und Spazierwege aus

Merzenich/Köln: Ersatz für Tagebau: RWE baut Rad- und Spazierwege aus

Die Gemeinde Merzenich wird kleiner und kleiner. Die Bagger erweitern den Tagebau Hambach stetig. Allein von 2020 bis 2030 verschwinden 267 Hektar der Gemeinde Merzenich und 656 Hektar auf dem Gebiet der Stadt Kerpen. Trotzdem sollen Merzenich und Kerpen lebenswerte Fleckchen Erde bleiben. Deswegen fordern die Kommunen vom Tagebaubetreiber Ersatz.

Ein Baustein für diesen Ersatz ist das Freizeitwegekonzept Buir/Merzenich. „Wegen des Tagebaus fallen Naherholungsflächen für die Bürger weg, erst ab 2045 wird das Areal wieder nutzbar gemacht. Für die Zeit dazwischen haben wir in Zusammenarbeit mit den Kommunen ein Konzept entwickelt, erste Schritte sind bereits umgesetzt“, sagt Michael Luchtenberg, der beim RWE in Köln Referent für den Tagebau Hambach ist. „Wir haben geschaut, wie wir die Infrastruktur erweitern und die Region für die Bürger aufwerten können“, ergänzt Dr. Harald Marx, der für die Tagebauplanung und -genehmigung zuständig ist.

Entstanden ist dabei ein Freizeitwegekonzept für die Gemeinde Merzenich, das auch Verbindungen nach Buir schafft. Wie viel Geld der Energiekonzern in den Ausbau investiert, behalten die Verantwortlichen lieber für sich. Es handele sich um eine freiwillige Leistung.

Im Zuge des Konzeptes hat der Energiekonzern bereits Wege ausgebaut, ausgebessert und instandgesetzt, um sie somit für Radfahrer und Spaziergänger besser nutzbar zu machen. Auch der Wanderparkplatz am „Schellschen Haus“ ist bereits ertüchtigt worden. Die Unterhaltung der Wege liegt wieder in der Hand der Kommunen.

„Eines der vorrangigen Ziele ist es, Morschenich-Neu anzubinden“, erklärt Luchtenberg. Darüber hinaus sei der Merzenicher Erbwald in das Konzept einbezogen worden, da dieser noch rund 20 Jahre existieren werde. Auch die Verbindung von Golzheim und Buir habe eine große Rolle gespielt.

In der ersten Ausbaustufe werden rund 21 Kilometer Wege in Angriff genommen. Der Wegebau soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Zwischen Merzenich, Buir und dem Erbwald werden Rundwege ausgebaut, eine Skaterstrecke beschildert und Infotafeln mit Angaben zur Umgebung errichtet. „Die Inhalte werden mit den Bürgern erarbeitet“, erklärt Marx.

Außerdem soll eine Grillhütte gebaut werden, deren Standort jedoch noch nicht festgelegt ist. Hinzu kommen im Rahmen des Konzeptes verschiedene Pflanzmaßnahmen. So wird die Pappelallee bei Morschenich-Neu durchforstet und sukzessive zu einer Eichenallee umgestaltet, an verschiedenen Stellen sollen Pflanzen gesetzt werden, so dass beispielsweise Blühstreifen entstehen.

Die Skater- und E-Bike-Strecke verläuft parallel zu Autobahn und Bahnstrecke und ist kein neu angelegter Weg. Sie soll aber künftig besser ausgeschildert werden. „Uns ist es wichtig, die Freizeitmöglichkeiten und Wege, die es in dem Bereich gibt, auch öffentlicher zu machen. Daher wird es ein Faltheft geben, in dem die Infos zu finden sind“, erklärt Marx.

Entstehen soll auch ein Lehrpfad zum Thema „Fledermäuse“, für die im Rahmen eines Artenschutzkonzeptes zum Beispiel Überflughilfen errichtet wurden.

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