Düren: Erinnerungen an die Zeit des Stasi-Terrors

Düren: Erinnerungen an die Zeit des Stasi-Terrors

Beeindruckend und bedrückend zugleich sind sie, die Originaltransparente, mit denen Demonstranten 1989 durch die Straßen der ehemaligen DDR marschiert sind, um der Herrschaftsclique zu sagen, dass sie in Freiheit leben wollen.

„28 Jahre eingemauert”, „Keine Zukunft ohne Vergangenheit”, „Die Wendigen sind unter uns” oder „Macht ist keine Pacht”. Diese Banner sind nun im Foyer des Dürener Rathauses zu sehen.

Die Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt” ist in Düren angekommen und wurde von Landesministerin Ute Schäfer, Bürgermeister Paul Larue, der stellvertretenden Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Uta Leichsenring, und dem Organisator der Dürener Ausstellung, Stefan Kesting, eröffnet. Zusammengestellt wurde die Ausstellung über den Stasi-Terror von der Behörde, die die Stasi-Unterlagen verwaltet und aufarbeitet (BStU), besser bekannt als Gauck- oder Birthler-Behörde. Larue gab der Hoffnung Ausdruck, dass viele Schulklassen mit ihren Lehrern den Weg ins Rathaus finden.

Die Erinnerung an die DDR-Diktatur müsse ebenso wie die an die Nazi-Diktatur wach gehalten werden, sagte der Bürgermeister, damit sich Geschichte nicht wiederhole. Eröffnet wurde die Ausstellung von NRW-Familienministerin Ute Schäfer.

Sie forderte, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen so zu verbessern, dass sie zur Demokratie fähig werden. „Demokratie muss in Bewegung bleiben”, erklärte sie mit den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, „damit sie sich immer wieder erneuert.” Der Satz „Feind ist, wer anders denkt”, sagte die Ministerin weiter, sei ein „schrecklicher Satz aus dem Fundus eines Unterdrückerstaates”.

Uta Leichsenring, Zeitzeugin der Stasi-Machenschaften, gab einen Überblick über die Ausstellung. Auf der so genannten MfS-Ebene (Ebene des Ministeriums für Staatssicherheit) wird in neun Themenkreisen die Geschichte des MfS aufgezeigt. In sechs Exkursen werden ausgewählte Einzelfragen ausführlich beantwortet. Auf der „Betroffenen- oder Opferebene” werden beispielhaft 13 Lebensläufe vorgestellt.

Konkret wird geschildert, wie sich das Vorgehen der Stasi, der SED-Geheimpolizei, auf Einzelne und ganze Familien auswirkte. Auf einer dritten Ebene können anhand einer Zeitleiste die historischen Daten zwischen 1945 bis zum Fall der Mauer sowie der Einheit Deutschlands abgerufen werden.

Am Donnerstag, 17. November, liest Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk um 18 Uhr im Rathaus aus seinem Buch „Das Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR”. Für Lehrer wird eine Fortbildung zum Thema angeboten. Zu sehen ist die Ausstellung bis Mittwoch, 23. November. Auf Wunsch können Führungen gebucht werden: Telefon: 02421/ 252577.

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