Niederzier: Erinnerungen an das Reserve-Infanterieregiment 68 gesucht

Niederzier: Erinnerungen an das Reserve-Infanterieregiment 68 gesucht

Andreas Kitz sitzt vor einem seltenen Stück Zeitgeschichte. Vor ihm liegen Feldpostbriefe und -karten aus dem Ersten Weltkrieg, genauer gesagt von Soldaten des Reserve-Infanterieregiments 68, das mit der Mobilmachung am 2. August 1914 aufgestellt wurde. Dabei hat vor allem die Tatsache, dass das II. und III. Bataillon und die Maschinengewehr-Kompanie vom Bezirkskommando Jülich mit Männern aus dem Dürener/Jülicher Land aufgestellt wurden, das Interesse des 34-jährigen Mitglieds des Heimat- und Geschichtsvereins Niederzier geweckt.

Was ist aus diesen Männern geworden? Was haben sie an der Westfront erlebt? Er will Antworten auf diese und andere Fragen der Sozial-, Familien- und Militärgeschichte finden.

Wie so oft stand der Gevatter Zufall am Anfang seiner Recherche. Auf einem Flohmarkt in Hückelhoven stieß Andreas Kitz auf den Nachlass eines „68ers“ aus Oberzier, „der in englische Gefangenschaft geraten war und vermutlich an den Spätfolgen eines Gasangriffs verstarb“, berichtet der 34-Jährige. Sein Interesse war geweckt, auch wenn die Feldpostbriefe und das Tagebuch des Soldaten in Sütterlin geschrieben sind.

Die mühsam entzifferten Erinnerungen faszinierten den Hobbyhistoriker derart, dass er mehr über die aus dem Kreis Düren kommenden 68er erfahren will. Das Problem: Anders als bei vielen anderen Regimentern gibt es für das 68er keine schriftlich festgehaltene Regimentsgeschichte.

Um den Werdegang des Regiments zu rekonstruieren ist er auf Feldpostbriefe und -karten, Fotos, Militärpässe, Soldbücher und ähnliche Dokumente angewiesen und hofft, dass der eine oder andere Nachfahre vielleicht noch aussagekräftiges Material verfügt. „Ich komme vorbei und scanne alles ein“, hofft Andreas Kitz auf Unterstützung.

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