Düren: Entsteht auf diesem Parkplatz bald ein neues Theater?

Düren: Entsteht auf diesem Parkplatz bald ein neues Theater?

Braucht die Stadt Düren ein weiteres Theater mit bis zu 350 Besuchern? Und falls ja: Wo ist der richtige Standort? Soll es ein Anbau an der Pleußmühle sein oder ein Neubau auf dem Hoeschparkplatz neben der Marienkirche?

Die erste Frage bejaht die Politik. Düren benötige ein neues Theater. Bei der zweiten Frage wird gestritten. Während die „Ampel“-Koalition den Standort Pleußmühle favorisiert, will die CDU den Hoeschplatz bebauen.

Zurzeit finden Theateraufführungen im Haus der Stadt statt. Da aber lasse die Atmosphäre zu wünschen übrig, weil die Schauspieler in den hinteren Reihen nicht gut zu verstehen seien, argumentiert die Politik unisono. Deshalb kämen nicht so viele Besucher. Der Saal im Haus der Stadt sei dann zu groß. Maximal fasst das Haus der Stadt 650 Besucher, in der kleinsten Version, wenn Wände entsprechend verschoben sind, 510 Zuschauer. In den Veranstaltungsraum der Pleußmühle passen maximal 120 Leute, ähnlich sei es auf Schloss Burgau, sagt Verena Schloemer. „Deshalb brauchen wir etwas dazwischen.“

Die Fraktionsvorsitzende der Dürener Grünen gibt sich überzeugt, dass es genügend Bedarf für ein weiteres kleineres Theater gibt. Sowohl der Verein „Komm“, der das Programm in der Pleußmühle verantwortet, als auch das Haus der Stadt erhielten Anfragen. Über die tatsächliche Größe des neuen Theaters müsse aber noch nachgedacht werden, sagt Schloemer. Zunächst war ein Saal mit 200 Sitzplätzen im Gespräch. Dieser Bau sei mit gut drei Millionen Euro zu realisieren — mit bis zu 80 Prozent bezuschusst aus Städtebaufördermitteln, weil das Projekt im Masterplan der Stadt aufgeführt ist.

Ein Theater mit 350 Plätzen würde aufgrund deutlich höherer technischer Anforderungen 6,5 Millionen Euro kosten. Ob es dafür im gleichen Maß Zuschüsse geben würde, ist fraglich. Allerdings müsste die Stadt ein Grundstück an der Pleußmühle erwerben, um den Anbau realisieren zu können. Dies wäre wohl nicht so einfach, weil das darauf stehende Haus zurzeit noch bewohnt ist. Ob es zu kaufen wäre, ist ungewiss.

Auch deshalb spricht sich die CDU für einen Standort am Hoeschplatz aus. Dort soll nach Vorstellungen von Fraktionschef Stefan Weschke ein Gebäude errichtet werden, das höherwertiges Wohnen, Dienstleistungsangebote, Gastronomie und einen Theatersaal vereint. Das Argument der „Ampel“-Koalitionäre, für ein solches Projekt gebe es keine Förderung, lässt Weschke nicht gelten. „Es lohnt, darüber mit der Bezirksregierung zu verhandeln.“ Immerhin sei der Hoeschplatz Bestandteil des städtischen Masterplans. Der CDU-Politiker glaubt auch, dass es für ein neues Theater genügend Nachfrage gebe. Wenn die Besucher eine bessere Atmosphäre als jetzt im Haus der Stadt vorfänden, kämmen sie auch zahlreich, meint Weschke mit Blick auf die akustischen Probleme, die es im Haus der Stadt bei Theateraufführungen geben soll.

„Unterste Grenze“

Dieter Powitz, Leiter von Düren Kultur, betont, dass im Schnitt 250 bis 350 Menschen zu den Theatergastspielen ins Haus der Stadt kommen. „Der Saal ist dann nur halb- voll. Dann ist das Theatererlebnis ein völlig anderes als bei einem vollen Raum.“ Schauspiel, so der Chef des städtischen Kulturbetriebs weiter, würde von Feinheiten leben. „Heute nutzen die Schauspieler fast immer Mikrofone. Das ist nicht das, was Theater will.“ Powitz ist davon überzeugt, dass ein neues Theater unter der gemeinsamen Führung von „Komm“-Zentrum und Düren Kultur funktionieren kann. „Es geht nicht darum, Veranstaltungen vom Haus der Stadt an einen anderen Ort zu verlagern.“ Viele Tourneetheater und Firmen, ergänzt Powitz, wollten das Haus der Stadt für ihre Veranstaltungen mieten. „Diese Anfragen können wir im Augenblick nicht erfüllen.“

Thomas Lüttgens, Leiter des „Komm“-Zentrums, wünscht sich seit mehr als 20 Jahren einen größeren Veranstaltungsraum. „120 Plätze“, sagt er, „sind die untere Grenze für eine Kleinkunstbühne.“ Es gäbe viele Künstler, die er nicht einladen könne, weil der Raum zu klein sei. „Das sind Künstler, die noch nicht so bekannt sind, dass sie das Haus der Stadt füllen könnten.“ Auch für die alternativen Karnevalssitzungen der „Skunk KG“ sei ein Raum mit mindestens 200 Plätzen sinnvoll.

(inla/kin)