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2500 verfolgen Lions-Rennen: Ente gut, alles gut auf der Dürener Rur

2500 verfolgen Lions-Rennen : Ente gut, alles gut auf der Dürener Rur

Beizeiten muss ein Rechtschreibfehler erlaubt ein: Entlich wieder Enten! Nach zweijähriger Corona-Zwangspause fiel in Düren der Startschuss für das 13. Entenrennen der Lions auf der Rur.

Zwei Jahre lang harrten die gelben Flitzer im Trainingslager des Lions Club Düren-Rurstadt aus, ehe sie am Wochenende wieder auf die Rennstrecke durften. Mehr als 2500 Zuschauer verfolgten am Samstag das spaßige Spektakel, auf dem Rur-Ufer-Radweg herrschte zeitweise ein genauso dichtes Gedränge wie im Hauptfeld des Rennens. Mit dem Erlös des Charity-Rennens unterstützt der Club Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Senioren und stockt den Hilfsfonds für Soforthilfe in Notfällen auf.

„Wir freuen uns, dass das Interesse am Entenrennen ungebrochen groß ist“, bedankte sich Lions-Präsident Thomas Pelzer für die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger, die gegen eine Spende von jeweils fünf Euro eine Ente (oder mehrere) ins Rennen geschickt hatten. Der erste Startschuss des Nachmittags fiel für die rund 250 zum Teil sehr kreativ und individuell gestalteten Enten der Sponsoren, deren Zahl von Rennen zu Rennen wächst.

Beim Hauptlauf waren erstmals mehr als 4000 „Sportler“ gemeldet, die letzten 20 der insgesamt 4400 Entchen wurden noch kurz vor dem Startschuss an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht. Ob die eigene Ente zu den Gewinnern zählt, können Sie im Infokasten nachlesen.

 Der Massenstart auf der Rur: Beim 13. Wettbewerb und zwei Jahren Pause verfolgten rund 2500 Zuschauer die Veranstaltung.
Der Massenstart auf der Rur: Beim 13. Wettbewerb und zwei Jahren Pause verfolgten rund 2500 Zuschauer die Veranstaltung. Foto: MHA/sce

„Während der Pandemie und der Lockdowns hatten es viele Vereine sehr schwer. Aktivitäten wurden eingefroren oder sind verdorrt“, blickt der Präsident auf eine auch für die Lions herausfordernde Zeit zurück. Dem Lions Club Düren-Rureifel sei es aber gelungen, weiter Spenden einzusammeln und damit beispielsweise Menschen in akuten Notlagen helfen zu können. Dass die Enten für das 13. Rennen weggingen wie warme Semmeln ist für die Lions ein Beweis, dass die Veranstaltung am letzten Annakirmessamstag mittlerweile eine feste Größe im Terminkalender ist.

Regen ein Glücksfall

Dass es kurz vor dem Rennen kräftig geregnet hat, erwies sich als Glücksfall, denn so führte die Rur wieder ausreihend Wasser für einen spannenden Wettkampf. „Wir hätten sonst alle Enten einzeln ins Ziel tragen müssen“, scherzte Thomas Pelzer.

 Die Teilnehmer am Sponsorenlauf werden zu Wasser gelassen.
Die Teilnehmer am Sponsorenlauf werden zu Wasser gelassen. Foto: MHA/sce

Um den Fluss überhaupt in eine Rennstrecke zu verwandeln, war erneut von den frühen Morgenstunden an die Löschgruppe Derichsweiler im Einsatz. „Vor 15 Jahren wurden wir angerufen, ob wir eine Lösung dafür hätten, dass keine Ente am Ufer hängen bleibt“, erinnert sich Löschgruppenführer Marco Clemens. Die findigen Feuerwehrleute hatten eine Idee, die prompt auf der Rur getestet wurde. Sie setzten Schläuche mit Druckluft ein, um damit „Leitplanken“ auf dem Wasser zu ermöglichen.

„Normalerweise ist das eine Sofortmaßnahme, um im Notfall eine Ölsperre zu errichten“, erklärt Clemens. Der Testversuch erwies sich als erfolgreich, seitdem werden jedes Jahr 1,2 Kilometer Schlauch ausgerollt. Mit Bändern und Eisenstäben fixiert ist die Rur so gut präpariert, dass alle Entchen ins Ziel kommen. Sollte eine Ente dennoch mal falsch abbiegen, stehen Taucher an der Rennstrecke bereits, um die Teilnehmer wieder zurückzuwerfen.

Hinter der Ziellinie sind die Mitglieder des Kreisfischereivereins mit Köchern im Einsatz, um alle Entchen aus dem Wasser zu angeln. Lückenlose Netze verhindern, dass eine Ente Richtung Roermond entwischen kann.

An den Start gingen übrigens Entchen, die bereits für das aufgrund der Pandemie ins Wasser gefallene Rennen 2020 gedacht waren. In mühsamer Handarbeit wurden die Aufkleber mit den Startnummern ausgetauscht. „Das Datum lassen wir jetzt weg, es werden nur noch die Rennen nummeriert. Sicher ist sicher“, sagt Thomas Pelzer, der aber hofft, dass es keine weiteren Absagen mehr geben wird.

Die Corona-Pandemie, die weltweit gestörten Lieferketten und nicht zuletzt der Ukraine-Krieg haben übrigens Auswirkungen auf das Entenrennen, mit denen wohl niemand gerechnet hätte. Der Einkaufspreis für die Entchen hat sich locker vervierfacht. Die Lions haben vor diesem Hintergrund einen Dreijahresvorrat zu einem noch vertretbaren Preis geordert und denken auch darüber nach, einwandfreie, nicht dekorierte und unbeschädigte Enten nach einem kurzen Bad wieder ins Trainingslager für das kommende Jahr zu schicken. Definitiv kein Greenwashing, sondern ein ressourcenschonender Einsatz. „Die Enten sammeln auch Erfahrung, trainieren länger und werden immer besser“, sagt Thomas Pelzer augenzwinkernd.

 Mitglieder des Kreisfischereivereins bewahren die Renn-Enten davor, nach Roermond zu treiben...
Mitglieder des Kreisfischereivereins bewahren die Renn-Enten davor, nach Roermond zu treiben... Foto: MHA/sce

Eine weitere Neuerung gibt es: Die Siegerenten des Sponsoren-Rennens und einige besonders kreativ gestaltete Exemplare werden ab Ende August/Anfang September im Dürener Kino „Das Lumen“ ausgestellt. Dort wollen die Lions auch erste Spenden übergeben. Der genau Termin wird noch bekanntgegeben. Ente gut – alles gut.

(sce)