40-Grad-Marke im Kreis Düren geknackt: Enorme Trockenheit und extreme Hitze im Juli

40-Grad-Marke im Kreis Düren geknackt : Enorme Trockenheit und extreme Hitze im Juli

Seit Beginn der Messungen im Dürener Land (1937) ist die Hitzewelle im letzten Julidrittel einzigartig in den statistischen Unterlagen der Meteorologen. An einigen Stationen im Kreis Düren wurde sogar die 40-Grad-Marke überschritten und zusammen mit der anhaltenden Trockenheit nahm die Hitzewelle Ende Juli fast katastrophale Ausmaße an.

Aufgrund der eher kühlen Julitage bis zum 20. des Monats erreichten die Monatsmitteltemperaturen allerdings kein Rekordniveau. Vom 8. bis 10. Juli wurden im Hohen Venn und an der oberen Rur sogar Bodenfröste gemessen (Kalterherberg minus 1,6 Grad).

Die Abweichungen der Monatsmitteltemperaturen vom Langzeitwert betrugen verbreitet plus 1,0 bis plus 1,3 Grad. Nörvenich erreichte im Juli einen Mittelwert von 19,9 Grad, Düren und Vettweiß 19,5 Grad, Nideggen-Schmidt 18,5 Grad, sowie Heimbach und Vossenack 18,1 Grad.

Während die deutschen Spitzenwerte im Emsland und im Ruhrgebiet bis auf schweißtreibende 42 Grad stiegen, wurde im Kreis Düren die Station Nörvenich der neue Rekordhalter mit 40,6 Grad am 25. Juli (Heimbach-Hasenfeld 40,4 Grad und Kreuzau-Drove 40,1 Grad). Dies sind die höchsten Werte im Raum Düren seit Beginn der Messungen.

Belastung für Wälder und Gärten

Für unsere Leser hier weitere Höchstwerte vom 24. und 25. Juli aus dem Kreisgebiet, überall waren es neue Rekorde: Düren und Jülich 39,8 Grad, Vettweiß 39,6 Grad, Langerwehe 38,9 Grad, Heimbach 38,3 Grad, Schmidt-Harscheid 38,1 Grad und auf dem Kermeter (500 Meter) 38 Grad.

Vom 24. bis 26. Juli erlebten wir die stärkste jemals in Deutschland beobachtete Hitzewelle. Die Belastungen für die Wälder und Gärten aber auch für die Menschen waren extrem und sehr gefährlich (zahlreiche Brände).

Die Nächte zum 24. und 25. waren sogar „Tropennächte“ mehr als 20 Grad vor allem in höheren Lagen. In den Tälern zum Beispiel im Rur- und Kalltal kühlte es stärker ab. (Vossenack 22,1 Grad, Langerwehe 20,9 Grad, Nörvenich 20,7 Grad, Hasenfeld 20,6 Grad).

Die Zahl der Hitzetage (ab 30 Grad) lag verbreitet bei vier bis sieben Tagen, Sommertage (ab 25 Grad) traten in den Niederungen deutlich häufiger auf, so zum Beispiel im Raum Düren an 15 Tagen und in Vossenack an acht Tagen.

Die erzielte Sonnenscheindauer erreichte im Juli nicht das Rekordniveau des Vormonats. Die Summen lagen vor allem in den Hochlagen 10 bis 30 Prozent über den Mittelwerten: Langerwehe 259 Stunden, Drove 250, Schmidt 226, Düren und Nörvenich 224, Heimbach 212 und Hasenfeld 210 Stunden.

Nadelbäume starben ab

Zum Abschluss ein Blick auf die anhaltende Trockenheit in allen Höhenlagen des Kreises Düren. Bis zum 25. war es extrem trocken und die Dürre spitzte sich langsam zu. Nadelbäume starben ab, und auch die Laubbäume (zum Beispiel Buchen) zeigten durch die Gelbfärbung ihre Stresssituation an. Zum Glück gab es vom 26. bis 28. gewittrige Schauer aufgrund von atlantischen Tiefs aus südöstlicher Richtung. Heftige Gewitter zogen von Gemünd kommend über den Kermeter nach Heimbach. Dabei wurden örtlich Böen der Stärke acht gemessen (Heimbach am 26. bis 70 km/h). Am Nachmittag des 26. Juli fielen am Wilden Weg im Kermeter oberhalb von Rurberg sogar 32 l/m2 in nur 30 Minuten.

Am 27. gab es Gewitter mit Regenmengen von 25 bis 75 l/m2 in wenigen Stunden: Schmidt-Harscheid 75 l/m2, Heimbach-Hasenfeld 69 l (davon 63 l in 41 Minuten), Heimbach 50 l, sowie Nörvenich und Vossenack 36 l/m2.

Die großen Unterschiede der gewittrigen Niederschläge spiegeln sich auch in den Monatssummen aus dem Kreisgebiet wider. Einige Orte schafften gerade mal 50 Prozent des Normalregens andere lagen deutlich darüber. Hier einige Summen zum Vergleich: Heimbach-Hasenfeld 118 l/m2, Heimbach 111 l, Schmidt-Harscheid 110 l, Brandenberg 59 l, Vossenack 56 l, Wilder Weg Kermeter 55 l, Hergarten 51 l, Nörvenich 46 l, Drove 43 l, Tagebau Hambach 41 l, Düren 39 l, Vettweiß 35 l, Düren-Hoven 28 l und in Hergarten-Vlatten 24 l/m2.

(kjl)
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