Einweihung wohl Anfang Dezember: Endspurt am Muttergotteshäuschen in Lüxheim

Einweihung wohl Anfang Dezember : Endspurt am Muttergotteshäuschen in Lüxheim

Das neue Muttergotteshäuschen in Lüxheim ist in diesen Tagen noch dicht eingerahmt von Baugerüsten, die letzten Arbeiten laufen, und bald kann die Figur der Gottesmutter wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Fast zwei Jahre ist es her, dass das alte Muttergotteshäuschen zerstört wurde — am 13. Oktober 2016. Ein Jahr danach haben die Lüxheimer eine kleine Gedenkfeier veranstaltet und viele Lichter entzündet. Zum zweiten Jahrestag war eigentlich das Ziel der Engagierten, den Neubau einweihen zu können. Dazu wird es aber aus zwei Gründen nicht kommen: Einerseits werden die Arbeiten bis dahin nicht abgeschlossen sein, andererseits liegt der Termin Anfang der Herbstferien so ungünstig, dass viele schon andere Pläne haben.

„Jetzt haben wir zwei Jahre gewartet, da brauchen wir uns nicht in den letzten zwei Wochen zu stressen“, sagen die Köpfe hinter der Unternehmung, die namentlich nicht genannt werden wollen. Sie haben schon einen anderen Termin im Auge — aber noch nicht festgezurrt: den 7. Dezember. Zwischen dem Nikolaustag und Mariä Empfängnis am 8. Dezember würden sie gern eine kleine Feier an der Kapelle ausrichten.

Es werde höchste Zeit, dass die Statue wieder an ihren Platz komme, um den Ort und besonders die S-Kurve zu ihren Füßen zu beschützen, sagen die Ehrenamtlichen. Sie waren froh, als im vergangenen August die Baustelle eingerichtet wurde. Dann sei für alle — Dorfbewohner und Durchreisende — sichtbar gewesen, dass es weitergeht. Gearbeitet wurde vorwiegend samstags.

Die Statue wurde ehrenamtlich in mehr als 200 Stunden restauriert und wird im neuen Muttergotteshäuschen hinter Glas stehen. Foto: Welkener

Die Steine des vorherigen Muttergotteshäuschens haben die St.-Nikolaus-Schützen gesammelt und dann in mühsamer Arbeit vom alten Zement befreit. Es sei beeindruckend, dass immer wieder samstags die Schützen anrückten, besonders die jungen Väter, um Steine zu klopfen, erzählt eine Anwohnerin begeistert. Mit strahlenden Augen berichtet sie, dass auch der syrische Flüchtling aus der Nachbarschaft mit angepackt hätte. „Er ist Muslim und hat entsprechend wenig mit christlicher Tradition zu tun, aber er hat gesagt, dass er so viel Hilfe bekommen hätte, dass er gern etwas zurückgeben wollte.“

Aber allein die übriggebliebenen Steine des alten Muttergotteshäuschens reichten nicht aus. Der Vettweißer Bauunternehmer Martin Eversheim besorgte rund 2000 weitere Abbruchsteine und baute damit das neue Häuschen, das optisch an seinen Vorgänger angelehnt ist, wieder auf. Er selbst arbeitete ehrenamtlich an dem Projekt, rechnete nur die Stunden seiner Maurer ab. Er hegt schon länger gute Beziehungen nach Lüxheim und hatte direkt seine Hilfe angeboten, als das Muttergotteshäuschen zerstört worden war. „Ich bin vom alten Schlag, da macht man das“, sagt er wie selbstverständlich.

Ein bis zwei Wochen werden seine Mitarbeiter noch zu tun haben, bevor sie den Staffelstab an die Dachdecker weiterreichen.

Pflasterarbeiten

Anschließend stehen dann noch Pflasterarbeiten an, die von der Gemeinde erledigt werden. Wenn alles geschafft ist, freut sich die Organisationsgruppe darauf, mit den Lüxheimern zu feiern. Einen Gottesdienst wird es am 7. Dezember sowieso geben, die Ehrenamtlichen hoffen noch darauf, dass an diesem Tag auch ein Priester das Häuschen weihen und ein gemütliches Beisammensein in der Bürgerhalle stattfinden kann — ein Dankeschön für die tatkräftige Unterstützung von Unternehmen, Vereinen und Privatleuten, die mit anpackten oder Geld spendeten. Gleichzeitig hoffen sie, dass nun im Endspurt noch weitere Spenden eintrudeln — „wir sind nicht ganz sicher, ob wir mit dem Geld hinkommen und sind für jede Hilfe dankbar“.

(wel)