Heimbach: Emder Filmfestpreis „made in Heimbach”

Heimbach: Emder Filmfestpreis „made in Heimbach”

Während die Künstlerin Luise Kött-Gärtner noch letzte Hand an ihre Papier-Skulptur „Rosenbogen” legt, laufen im Hintergrund die organisatorischen Vorbereitungen auf Hochtouren: Die Buchung für den Minitransporter ist bestätigt, alle Termine mittlerweile abgestimmt. Doch diesmal geht es nicht um eine Ausstellung vor Ort.

Diesmal ist Emden ihr Ziel. Für das dort vom 6. bis 13. Juni stattfindende „23. Internationale Filmfest Emden-Norderney” hatte die Bildhauerin den Auftrag erhalten, drei der Preise zu gestalten, die während des Festivals für herausragende cineastische Leistungen verliehen werden.

Zudem bekam Luise Kött-Gärtner die Chance, drei Wochen lang ihre Papierplastiken im Kabinett des Ostfriesischen Landesmuseum Emden zu präsentieren. „Wenn wir schon kommen, können wir gleich was ausstellen”, war ihre Devise, die bei den Organisatoren auf fruchtbaren Boden fiel. Für die Gestaltung der drei begehrten Filmpreise ließ sich Luise Kött-Gärtner vom Meer inspirieren. „Schließlich liegt Emden am Meer und das Meer ist dort überall präsent.”

Jeweils eine filigrane Bronzefigur, wie man sie aus ihrer schwarz-weißen Serie „Motivationskunst” kennt, ziert die wellenförmig modellierten Steinguss-Sockel. Bei der Auszeichnung fürs Lebenswerk etwa steht die Bronzestatuette mit weit geöffneten, zum Himmel gestreckten Armen auf einer sich senkrecht aufbäumenden Woge. Wer diesen von ihr gestalteten „Emder Schauspielpreis” erhält, weiß die Künstlerin bereits: Am 10. Juni wird Darstellerin Katharina Thalbach, die mit ihrer Tochter Anna Thalbach zuletzt in der TV-Produktion „Friedrich, ein deutscher König” brillierte, die in Heimbach entstandene Trophäe überreicht bekommen.

Die beiden anderen Skulpturen aus der Eifel sind zum einen für den besten Drehbuchautor gedacht. Zum anderen wird der beste gesellschaftskritische Film mit dem von Kött-Gärtner neu gestalteten Bernhard-Wicki-Preis ausgezeichnet. Bevor es aber unter Blitzlichtgewitter heißt „The winner is?”, muss eine hochkarätige Jury aus Regisseuren, Schauspielern und Vertretern des Grimme-Instituts die nominierten Filme sichten. „Den Moment, wenn meine Figuren überreicht werden, will ich mir natürlich nicht entgehen lassen”, erzählte die Künstler begeistert über den illustren Auftrag und freute sich auf den Abstecher in den hohen Norden.

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