Gey: Elf Stolpersteine zur Mahnung und Warnung

Gey: Elf Stolpersteine zur Mahnung und Warnung

Sie mahnen und sie warnen: Elf messingfarbene Steine, die in den Bürgersteig eingelassen sind, erinnern nun an das Schicksal der jüdischen Bürger, die einst in Gey lebten und zur Zeit des Nationalsozialismus im Jahr 1942 deportiert wurden.

Gunter Demnig, Ideengeber der Aktion, verlegte die sogenannten „Stolpersteine“ am Freitag vor den Häusern, in denen die elf jüdischen Mitbürger früher wohnten. Demnig kam auf Initiative des Ortsvorstehers Helmut Rößeler und des Hürtgenwalder Geschichtsvereins nach Gey.

Die Stolpersteine sollen das Gedenken an Rosa, Seligmann, Delfina, Hildegard und Erich Meyer wachhalten sowie an die Familie Isaak, Caroline und Elli Meyer und an Familie Carl Lichtenstein mit seiner Frau Berta und ihrem Sohn Rudolf.

„Sie alle waren gut in das dörfliche Leben integriert“, erklärte Ortsvorsteher Rößeler. Karl Lichtenstein beispielsweise, der im Jahr 1897 geboren wurde, gründete mit anderen Dorfbewohnern im Jahr 1911 den Fußballverein. Ein Jahr später war er ganz vorne mit dabei, um die freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen, berichtet Rößeler aus dem Bericht des Heimatforschers Josef Köller. Umso unvorstellbarer sei es, „dass diese Leute, die Teil des Ortes waren, plötzlich einfach abgeholt wurden“, findet der Ortsvorsteher.

Es selbst ist an der Broicherstraße 3 aufgewachsen — dort, wo früher das jüdische Gebetshaus stand. Noch heute ziert eine Gedenktafel sein Wohnhaus. Sie erinnert an die ehemalige Synagoge des Ortes und die Schrecken des Holocausts. Für Rößeler sei es deshalb ein persönliches Anliegen gewesen, mit den Stolpersteinen den Respekt für die getöteten Mitbürger zum Ausdruck zu bringen und auch heutzutage zu mahnen, damit sich so etwas nie mehr wiederholt.

Die elf Stolpersteine sind die einzigen in der Gemeinde Hürtgenwald, weltweit hat Demnig bereits mehr als 50.000 verlegt.

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