Düren: Elektroplated: Besonderer Sound, der viel Spaß macht

Düren: Elektroplated: Besonderer Sound, der viel Spaß macht

„Ein bisschen Bumm Bumm, Synthesizer drauf, noch ein bisschen Bass“ — fertig ist einer von unzähligen Goa-Trance-Hits. „So einfach stellt man sich das vor“, dachte anfangs auch der Schweizer Reto Wittwer. Er arbeitet eigentlich in einem Schweizer Unternehmen als Lagerist.

„Dort werden regelmäßig GOA-Festivals organisiert. Und dann hat man mich gefragt, ob ich nicht auch mal etwas programmieren könnte.“ Schnell merkte Reto, dass der psychedelische Trance eben doch nicht so simpel ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Und so startete der zuvor bereits in bekanntere Projekte — so zum Beispiel die Band „Patina“, die bereits im Dürener Plattenladen „Neues Hören“ auftrat — involvierte Künstler eine Reise in die Tiefen der faszinierenden Sounds: „Die dreidimensionale Wirkung hat mich begeistert. Ich habe mich gefragt: wie macht man sowas?“ So begann das neue Projekt zunächst als Sologeschichte.

Schnell merkte Reto aber, dass es „alleine ein wenig langweilig“ sei, kurzerhand holte er seinen Freund Jean Claude Reusser, der ebenfalls bei „Patina“ mit an Bord war, dazu. Er wuchs in einem Spiezer Musikgeschäft auf und spielte im Schweinestall nebenan Schlagzeug, früh war eine Leidenschaft geboren. Reto entdeckte sein Hauptinstrument, den Bass, eher auf Umwegen. Er liebäugelte mit einer bestimmten Gitarre, die er immer wieder in einem Musikgeschäft sah. Allerdings konnte er das Instrument nicht finanzieren und so schnappte es ihm ein Schulkamerad weg. Doch Reto sollte dennoch zu einem Saiteninstrument finden.

Einer seiner Lehrer hatte noch eine Bassgitarre im Keller, auf der Reto schließlich das Bassspielen lernte. „Auf welchem Stand wir heute sind, müssen andere entscheiden“, zeigen sich die beiden vollkommen entspannt. Sie touren und machen Musik, weil sie Spaß daran haben. „Wir schauen auf nichts, müssen nicht überlegen, ob jemand ein Instrument überhaupt spielen kann. Sich einfach einmal künstlerisch entfalten, ist wichtig.

Sie treten gerne in Plattenläden auf: „Das ist eine coole Location und vor allen Dingen ein ganz anderes Publikum, das extra für die Musik herkommt.“ Der Auftritt in Düren ist so etwas wie eine Generalprobe für einen Festival-Auftritt in Breidenstein gewesen. „Für uns und die Zuschauer ist das ein Experiment.“, lacht Reto Wittwer. Sie dürften weitergetourt sein, denn ihre Tracks wussten zu begeistern.

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