Düren: Einsatzleute testen Digitalfunk auf der Annakirmes

Düren: Einsatzleute testen Digitalfunk auf der Annakirmes

Über dem Annakirmesplatz liegt in diesen Tagen nicht nur der Duft gebrannter Mandeln, von Popcorn und anderen Kirmesleckereien. Unsichtbar legt sich unweigerlich auch Elektro-Smog über das Areal.

Für die Besucher sind die von den Fahrgeschäften und Kirmesbuden ausgehenden Impulse ungefährlich. Welchen Einfluss aber haben die Stromquellen auf den neuen Digitalfunk, der seit Juni auch im Kreis Düren bei den sogenannten Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Probebetrieb läuft?

„Während der Rheinkirmes in Düsseldorf sind vor wenigen Tagen Störungen aufgetreten”, berichtet Klaus Funk von der Polizei Düren. Eine Erfahrung, die Polizei, Feuerwehr, DRK und Stadt Düren bislang nicht bestätigen können. Seit Samstag nutzen sie die moderne Kommunikationstechnik auf der Annakirmes. „Nur mit positiven Erfahrungen”, erklärt Funk. In einer gemeinsamen Übung testeten die Organisationen am Dienstag die Verfügbarkeit des Netzes, die Einsatzbereitschaft der verschiedenen Gerätetypen und das im Notfall wichtige Wechseln von Kanälen. Beeinträchtigungen gab es keine.

Zu den technischen Neuerungen des Digitalfunks gehören eine sichere Verschlüsselung der Gespräche und eine verbesserte Sprachqualität, vor allem aber die bundesweit vorhandene Möglichkeit, verschiedene Hilfsorganisationen miteinander zu verbinden. So können Rettungskräfte, Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr noch effektiver arbeiten, wie der Praxistest auf der Annakirmes bestätigt.

Die Einführung des Digitalfunks läuft im Kreis Düren auf Hochtouren. Allein bei der Polizei wurden bisher über 60 Fahrzeuge mit der neuen Technik ausgestattet und über 150 Handfunksprechgeräte, die deutlich kleiner als die bisher genutzten analogen sind, verteilt. Parallel wurden über 400 Beamte geschult.

Während die Umstellung der Polizei vom Land finanziert wird, müssen der Kreis und die Kommunen für die neue Technik bei Feuerwehr und Rettungsdienst knapp vier Millionen Euro berappen. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung werden darüber hinaus Folgekosten von 2,5 Millionen Euro alle fünf bis sieben Jahre erwartet. In Düren liegen die Kosten für die Umrüstung der Feuerwehr allein bei etwa 300.000 Euro. Insgesamt müssen nur in Düren 50 Fahrzeuge bestückt und 150 Handfunksprechgeräte angeschafft werden.