Eine neue Radvorrangroute als Mittelachse im Kreis Düren

Von Düren nach Jülich : Eine neue Radvorrangroute als Mittelachse im Kreis

Vor rund sechs Jahren war es ein Radschnellweg, der die beiden größten Städte des Kreises Düren miteinander verbinden sollte und als Förderprojekt bei einem Wettbewerb eingereicht wurde. Das Unterfangen scheiterte, die Idee ist aber nun wieder mit leicht veränderter Bezeichnung auf dem Tisch: als Radvorrangroute Düren-Jülich. Diese asphaltierte und rund zwölf Kilometer lange Strecke soll Pendler und Alltagsradler ansprechen.

Startpunkt in Düren ist der Heerweg, Endpunkt in Jülich die Rurtalbahnhaltestelle Forschungszentrum.

Projektleiter Horst Heiduk vom Planungsbüro Sweco GmbH stellte die Route im Kreishaus den Fachpolitikern für Regionalentwicklung vor. Alles in allem ist mit rund fünf Millionen Euro Kosten zu rechnen. Im Kreishaus schätzt man den Eigenanteil auf etwa 35 Prozent, weil die neue Verbindung in den Genuss von Fördermitteln kommen könnte – zum Beispiel aus dem Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“.

Horst Heiduk präsentierte im Kreishaus die auch aus seiner Sicht beste von drei möglichen Streckenführungen, die schon im Jahr 2013 untersucht worden sind. „Die kürzeste Strecke führt entlang der Rurtalbahn, hier ist auch größtenteils parallel ein Feldweg vorhanden“, sagte der Planer. Alternativrouten wären entlang der Bundesstraße 56 oder östlich des Forschungszentrums verlaufen.

Eine Vorrangroute ist künftig der mittlere Standard bei Radverbindungen, der Schnellweg liegt darüber, das Grundnetz darunter. Wenn diese Mittelvariante auch von Fußgängern mitgenutzt werden kann, beträgt die Breite 3,50 Meter. Dürfen auch landwirtschaftliche Maschinen auf dem Weg fahren, muss er inklusive Seitenstreifen 5,50 Meter breit sein. „Das erlaubt Begegnungsfälle“, erläuterte der Planer.

Problematisch an der offenbar ansonsten idealen Streckenführung sind zahlreiche Bahnübergänge und Kreuzungen. Laut Heiduk sind hier besondere Sicherungslösungen erforderlich, die rund 700.000 Euro Mehrkosten verursachen. Er hat auch eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Ansonsten sei die Radvorrangroute für 4,1 Millionen Euro zu haben. Fahrradabstellanlagen und Beleuchtung kämen noch dazu, falls gewünscht.

2,8 Kilometer Neubau

Die Strecke führt vom Heerweg über das Gewerbegebiet Im Großen Tal nach Huchem-Stammeln, Selhausen und Krauthausen, von dort nach Selgersdorf bis zum Halt am Forschungszentrum. Der größte Teil der Radverbindung liegt auf Niederzierer Gemeindegebiet (46 Prozent), knapp ein Drittel auf Flächen der Stadt Düren, ein Viertel in Jülich. Über acht der knapp zwölf Kilometer Radvorrangroute können auf vorhandenen Wirtschaftswegen eingerichtet werden, 2,8 Kilometer der Trasse müssten neu gebaut werden.

Die Kreisverwaltung sieht einen möglichen Baubeginn im Jahr 2021. Derzeit sind die Fördermöglichkeiten aber noch nicht konkret abzusehen. Das Vorhaben ist Bestandteil des „Gesamtregionalen Radwegenetzes“, das als Maßnahme im Sofortprogramm des Bundes für den Strukturwandel erfolgreich platziert werden konnte. Wenn hier zeitnah keine Zuschüsse zu bekommen sind, ist auch das erwähnte Programm „Klimaschutz im Radverkehr“ eine Option.