Annaoktav in Düren: Eine neue Perspektive einnehmen

Annaoktav in Düren : Eine neue Perspektive einnehmen

Masterplan-Prozess in Düren, Fridays-for-Futures-Demonstrationen und die Sexualmoral der katholischen Kirche – der feierliche Eröffnungsgottesdienst der Annaoktav war für die vielen Gläubigen, die zum Start der Pilgerwoche in die Annakirche gekommen waren, nicht unbedingt leichte Kost.

Pfarrer Hans-Otto von Danwitz bot in seiner Predigt vielmehr echte Denkanstöße. „Tut sich was?“ heißt das Motto der Annaoktav in diesem Jahr, aber um wirklich zu verstehen, was von Danwitz und seine Mitstreiter im Vorbereitungsteam damit wirklich meinen, muss man genauer hinsehen. Denn die Frage „Tut sich was?“ beinhaltet auch die Frage „Tu ich was?“, und genau das steht im Mittelpunkt der Wallfahrtswoche.

„Ja, es tut sich viel“, betonte von Danwitz in seiner Predigt und verwies dabei eben auf den Masterplan zur Erneuerung der Dürener Innenstadt, die Fridays-for-Future-Demonstrationen zum Erhalt der Schöpfung und den Erneuerungsprozess ib der Katholischen Kirche, in dessen Rahmen mittlerweile auch über Macht, Sexualmoral, die Rolle der Frau und das Zölibat diskutiert würde.

„Wir können dankbar wahrnehmen, dass sich viel tut“, sagte der Geistliche, „auch wenn manchen, die gegangenen Schritte zu langsam sind.“ Der Pfarrer rief zu mehr Geduld auf und forderte gleichzeitig einen Perspektivwechsel. „Wir dürfen nicht immer nur um uns selbst kreisen, sondern müssen versuchen, immer wieder neue Blickwinkel einzunehmen.“ Es nütze nichts, immer wieder über die Energiepolitik der Bundesregierung zu schimpfen, ohne selbst einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten.

Es bringe nichts, das Geschäftssterben in der Innenstadt zu kritisieren, um dann im Internet die gewünschten Waren zu bestellen. „Und es hilft auch nichts, den mangelnden Erneuerungswillen der Kirche zu beklagen, ohne eigene Ideen und Impulse einzubringen. Die beiden Fragen, die wir in dieser Annaoktav jeden Tag aufs neue stellen wollen, nämlich ‚Tut sich was?’ und ‚Tu ich was?’, sind untrennbar miteinander verbunden.“

Der Annaschrein wurde mit sieben Schlüsseln geöffnet wurde. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Heilige Anna und der Heilige Joachim, der während der Dürener Pilgerwoche besonders gedacht werden, hätten in ihrem Leben sehr lange darauf gewartet, Eltern zu werden. Von Danwitz: „Sie haben uns gezeigt, dass es sich lohnt, Geduld zu haben, bis sich etwas tut.“

Für die Gläubigen liegt während der Oktav ein überdimensionales Scrabblespiel auf dem Boden, vorgegeben ist mit „Tut sich was?“ nur das Motto der Pilgerwoche. Viele Gläubige haben schon am Samstag neue Worte gelegt und mit Begriffen wir „aktiv“, „Notstand“, „Klima“, „Hambi“ und „Beten“ gezeigt, was ihnen besonders am Herzen liegt.

Feier für Großeltern und Enkel

Am Montag heißt die Tageslosung der Annaoktav „Tut sich was – zwischen Jung und Alt“. Passend dazu findet um 15 Uhr ein Gottesdienst speziell für Großeltern und Enkelkinder statt.

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