Düren: Eine Kaskade wirbelnder Witze, Kalauer und Wortspiele

Düren: Eine Kaskade wirbelnder Witze, Kalauer und Wortspiele

Die Kreisarena Düren schien fest in Aachener Hand zu sein, als der Lokalmatador dieser Region sein Weihnachtsspezial „Zwischen de Tare” präsentierte. Kräftige Hausmannskost servierte Jürgen B.(eckers) Hausmann: ein einfallsreiches Allerlei aus den Zutaten Kabarett, Comedy und Büttenrede.

Leicht verdauliche Kost, die den Magen nach den Festtagen nicht belastete, aber das Zwerchfell der Zuhörer in der ausverkauften Halle strapazierte. Eine Kaskade wirbelnder Witze, Kalauer, Wortspiele prasselte auf die Zuschauer nieder.

Eine Lehr- und Lernstunde in Aachener Platt, aber auch ein grammatikalischer Grundkurs in rheinischer Sprache. Den alltäglichen Gebrauch von zwei Verhältnisworten nahm er aufs Korn „Ich brauche Sahne für an die Kuchen”. Er erzählte urkomische Geschichten, die „vor, an, zwischen und nach den Tare” passieren.

Das humoristische Multitalent aus Alsdorf spielte mit der Umgangssprache, wenn er Erlebnisse in der Metzgerei zum Besten gab: „Möchten Sie Puten vorbestellen? Nein, die machen wir selber”. Oder wenn er den „Laufplan für Weihnachten” karikierte: „Für Geschenke kriegen wir uns einen Tag”, „lass uns besinnlich werden”. Und wenn er krass beobachtet: „der Vogel bädt in seinem zu trinken”.

Die Geschenkwut persiflierte er trefflich, als Oma dem Enkel ein „Platte vom China- Restaurant” schenken möchte und „Tokio-Hotel”gemeint ist oder das Candle-Light-Dinner zum „Essen mit der Dachrinne” wird. Gekonnt analysierte er menschliches Verhalten zwischen Lametta, Weihnachtsgans, Krippenspiel und Silvester, an dem das Fondue zum „Von du” wird.

Die Hektik und der Stress der Vorweihnachtszeit löste sich in Lachen auf, wenn Eheleute sich streiten oder er in der Waschanlage feststellt, dass es zwar „keine Mantas mehr gibt, aber noch die Fahrer”, die sich weigern für die „Unterbodenwäsche den Wagen um zu drehen”. Dann warf er einen Blick auf die „Leggins”, ein vorweihnachtliches Einkaufssympton, letztendlich für ihn aber nur „eine Fleischwurst, die in die Pelle einer Mini-Salami gesteckt wird”.

Messerscharf beobachte Jürgen B. Hausmann seine Umgebung, das Verhalten seiner Mitmenschen. Er spielte das Leben nach, das in dieser Zeit so stattfindet. Die Reaktionen des Publikums ließen darauf schließen, dass er den Kern der Sache traf. Ein humoristisches Spiegelbild, in dem sich die meisten wiederfanden. So war seine Forderung „Kontaktlinsen für Blindschleichen” wohl mehrdeutig zu verstehen, obwohl er auch zeitweise auf der eindeutigen Schiene fuhr.

Es überwog aber der nonverbale Unsinn und - typisch rheinisch - der Ausflug ins Karnevalistische. Der mit Narrenkappe und Orden geschmückte Christbaum wurde zum Senator „Chris Boom” und der Kabarettist auf der Bühne zum Funkenmariechen.

Köstlich seine gesangliche Parodien auf einige Weihnachtslieder sowie Hits, gepaart mit Seitenhieben auf seinen Berufsstand - die Lehrer. Der Abschied fiel den Zuschauern schwer, vor allem als Aachens Hymne „Lennart Kaan” von der Bühne schallte und die Halle tobte. Aber verstanden hatten sie alle Jürgen B. Hausmanns Worte: „Wir wären heute nicht hier, wenn wir nicht gekommen wären.”