Düren: Eine Huldigung an das klassische Ballett

Düren: Eine Huldigung an das klassische Ballett

Was die Gäste im voll besetzten Haus der Stadt bei der Aufführung „Tausendundeine Nacht” des akademische Theaters für Oper und Ballett Donetsk aus der Ukraine erwartete, war schon bemerkenswert.

Im Orchestergraben gab es eine Dreierbesetzung, das heißt, die Musikinstrumente waren größtenteils dreifach besetzt. Die Folge: Die Musik des Komponisten Fikret Amirov durchdrang das Theater mit allen ihren Variationen der lauten und leisen, der hohen und tiefen, der melancholischen und heiteren Töne.

Das Bühnenbild vermittelte mit seinen runden und geschwungenen Formen Harmonie und Glück. Die Lichttechnik verstand es durch wechselnde Farben, den Inhalten der Märchen „Die Mär von Sindbad dem Seefahrer”, „Aladin und die Wunderlampe” und „Ali Baba und die 40 Räuber” die richtige Atmosphäre zu geben.

Auf vielen Bühnen Osteuropas

Und dann die Tänzerinnen und Tänzer in prachtvollen Kostümen - eine Augenweide. Bei ihnen saß jeder Schritt, jede Hebung wurde zu einer vollendeten Darbietung, jede Bewegung war ein solch makelloses Erlebnis, das die Frauen und Männer auf ihren Sitzen in der zweiten Hälfte der Veranstaltung mit spontanem Szenenapplaus reagierten Dieser Ballettabend war eine einzige Huldigung an das klassische Ballett, wie es heute noch auf vielen Bühnen Osteuropas gepflegt wird.

Schönes Mädchen

Die Akteure auf der Bühne ließen Scheherazade (Ekaterina Demyanova, Irina Komarenko) die Geschichte von „Tausendundeiner Nacht” erzählen. Das schöne Mädchen muss den mächtigen Herrscher Schahriar (Artem Alifanov, Igor Kazakov) viele Nächte mit Märchen besänftigen, damit er in seinem Hass auf die Frauen nicht alle umbringen lässt.

Sie macht das sehr geschickt, indem sie immer auf dem Höhepunkt einer Erzählung aufhört, die der Tyrann am nächsten Abend weiter hören will. Scheherazade gelingt nach tausendundeiner Nacht die Besänftigung. Der Herrscher entlässt sie ungeschoren in die Freiheit.

Aus der literarischen Vorlage in der Version des Staatlichen Akademischen Theaters für Oper und Ballett Donetsk sind die drei oben erwähnten Märchen ausgewählt worden.

Für die exzellente Choreografie und die wunderbaren Kostüme zeichnete Evgenija Hasyanova verantwortlich. Das Bühnenbild schuf Anatolij Arefjev. Die einleitenden Worte von Monika Rothmaier-Szudy, der Leiterin des Dürener Theaters, klangen den Menschen beim Verlassen des Theaters noch im Ohr. „Ich bin stolz darauf”, hatte sie gesagt, „dass ich dieses Ensemble heute zum fünften Mal in Düren zu Gast habe.” Dem war wohl nichts mehr hinzuzufügen.